1675 Tage hinter Gittern: Nach mehr als vier Jahren im Gefängnis ist der bekannte Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona in Venezuela freigelassen worden. "Die Wahrheit hat mich befreit", sagte Tarazona am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Unter Rufen wie "Freiheit, Freiheit, Freiheit" von seinen Anhängern wurde der 43-Jährige in Caracas von seinem Bruder und seiner 71-jährigen Mutter in Empfang genommen.
Jeder Tag in Haft sei "zu viel Schmerz für einen Menschen" gewesen, sagte Tarazona zu AFP. Er habe "1675 Tage an einem dunklen Ort" verbracht. Es darf nicht sein, dass sich solche Situationen wiederholen", betonte er und fügte mit Blick auf den US-Einsatz in Venezuela hinzu: "Es darf nicht sein, dass erst das geschehen musste, damit wir herauskommen konnten."
Tarazona war einer der bekanntesten politischen Häftlinge in Venezuela, er war des "Terrorismus'" und des "Landesverrates" schuldig gesprochen worden. Er ist der Leiter der Menschenrechtsorganisation Fundaredes und war im Juli 2021 festgenommen worden. Er ist für seine Berichterstattung über Zusammenstöße zwischen der Armee und Guerillagruppen entlang der 2000 Kilometer langen Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela bekannt. Fundaredes hatte der venezolanischen Regierung wiederholt vorgeworfen, kolumbianische Guerillaführer in Venezuela zu beherbergen.
Gemeinsam mit Tarazona wurde auch der Aktivist Omar de Dios GarcÃa freigelassen, der ebenfalls im Juli 2021 inhaftiert worden war. Tarazona, sein Bruder und de Dios umarmten sich lange, wie ein AFP-Korrespondent beobachtete.Â
In dem südamerikanischen Land sitzen der Nichtregierungsorganisation Foro Penal zufolge noch 711 politische Gefangene im Gefängnis.Â
Unter dem Druck der USA hatte Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy RodrÃguez am Freitag eine Massenamnestie für Häftlinge angekündigt, die wegen "politischer Gewalt" einsitzen. Das Gesetz solle "den gesamten Zeitraum politischer Gewalt von 1999 bis heute" umfassen, sagte sie in einer Rede vor dem Obersten Gericht des Landes.
Die ehemalige Stellvertreterin des Anfang Januar von den USA gewaltsam abgesetzten Präsidenten Nicolás Maduro kündigte zudem an, das berüchtigte Gefängnis El Helicoide in Caracas schließen zu lassen. Der Opposition in Venezuela und Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden Gefangene dort unter Maduro gefoltert. Auch der nun freigelassene Tarazona saß in dem berühmt-berüchtigten Gefängnis ein.
Der Aktivist forderte eine Aufarbeitung der Geschehnisse in dem Gefängnis. "Die Schließung von Helicoide löst das Problem der Ungerechtigkeit in diesem Land nicht", sagte Tarazona zu AFP. "Wenn die Schließung von Helicoide bedeutet, eine Erinnerung auszulöschen, dann glaube ich, muss daran gearbeitet werden, dass sich das nicht wiederholt."
Der von US-Spezialkräften aus Venezuela entführte Maduro ist in New York inhaftiert, ihm soll dort wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden. US-Präsident Donald Trump hatte Maduros früherer Stellvertreterin RodrÃguez mit einem ähnlichen Schicksal gedroht, sollte sie nicht mit Washington kooperieren. Ihre Regierung will auf Druck aus den USA unter anderem den Ölsektor des Landes für ausländische Investoren öffnen.
Ein Forschungsteam hat fünf neue winzige Krebsarten in der Nordsee entdeckt. Die Tierchen gehören zur Gattung Leptastacus und sind mit weniger als einem Millimeter extrem klein, wie die Senckenberg...
- weiter lesen
- dts 26. Januar 2026
- 26. Januar 2026
Bei einer Auseinandersetzung in einer Berliner Wohnung sind vier Menschen durch Schüsse verletzt worden, zwei davon schwer. Bei den "familiären Streitigkeiten" im Stadtteil Tiergarten am späten...
- dts 26. Januar 2026
Top-Themen
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Christliche Hilfsorganisationen fordern von der Bundesregierung ein Jahr nach dem USAID-Kahlschlag mehr Geld für die globale Gesundheit. Die
Noch vor Beginn der offiziellen Zeremonie sind am Sonntag in Los Angeles die Gewinner der ersten Grammys verkündet worden. Der wichtigste Musikpreis der Welt ging dabei unter
Herning (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den deutschen Handballern nach dem verlorenen EM-Finale trotzdem gratuliert - und zwar persönlich in der
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sollten nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder insgesamt mehr arbeiten. In der ARD-Sendung "Bericht
First Lady als Kassenschlager: Ein Dokumentarfilm über Melania Trump hat bei seinem Kinostart in den USA die Erwartungen übertroffen. Der vom US-Konzern Amazon finanzierte Film
Brennpunkte
Prominenter Menschenrechtsaktivist in Venezuela freigelassen
- AFP - 2. Februar 2026, 00:15 Uhr
1675 Tage hinter Gittern: Nach mehr als vier Jahren im Gefängnis ist der bekannte Menschenrechtsaktivist Javier Tarazona in Venezuela freigelassen worden. Der 43-Jährige wurde von seinem Bruder und seiner 71-jährigen Mutter in Empfang genommen.
Weitere Meldungen
Nach dem Durchzug des tödlichen Sturms "Kristin" werden die Schäden in Portugal auf Milliarden geschätzt. Die Regierung kündigte am Sonntag an, allein aus ihrem Haushalt 2,5
MehrEin von der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE inhaftierter fünfjähriger Junge und sein Vater sind wieder frei. "Liam ist jetzt zu Hause. Mit seiner Mütze und seinem
MehrIn Tschechien sind zehntausende Menschen zur Unterstützung ihres pro-westlichen Präsidenten Petr Pavel auf die Straße gegangen, der sich derzeit Druck von der Regierung des
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsrat der CDU erhöht den Druck auf die Bundesregierung und fordert eine "Agenda für Arbeitnehmer". Der Unternehmerverband mit mehr
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), hat vorgeschlagen, Gründer und Unternehmer im Ausland mit einem Steueranreiz nach
MehrKöln (dts Nachrichtenagentur) - Geringverdiener und sozial Schwache erhalten in Deutschland über das gesamte Leben hunderttausende Euro mehr soziale und öffentliche Leistungen
Mehr

























