Das russische Verteidigungsministerium hat vergangene Woche auch deutschen Unternehmen öffentlich angeprangert, die an Drohnenprojekten mit der Ukraine beteiligt sein sollen - nun hat das Auswärtige Amt den russischen Botschafter einbestellt. Es kritisierte am Montag "direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland".
Die Drohungen seien "ein Versuch, unsere Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und unsere Geschlossenheit zu testen", erklärte das Außenamt am Montag im Online-Dienst X. Deutschland lasse sich aber "nicht einschüchtern", hieß es. Derartige Drohungen "und alle Arten von Spionageaktivitäten in Deutschland" seien "vollkommen inakzeptabel". Dazu sei am Montag der russische Botschafter einbestellt worden.
Das Auswärtige Amt wollte auf Anfrage nicht präzisieren, worauf sich die russischen Drohungen bezogen. Die Einbestellung des Botschafters dürfte aber eine Reaktion auf eine Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums von vergangener Woche sein. Das Ministerium kritisierte darin scharf die Ausweitung der europäischen Unterstützung bei der Drohnenproduktion der Ukraine und nannte insgesamt 21 Unternehmen. Diese sind demnach Töchter ukrainischer Rüstungsfirmen oder Zulieferer wichtiger Komponenten.
Genannt werden auch drei Firmen in Deutschland, unter anderem Davinci Avia - ein Tochterunternehmen des ebenfalls gelisteten niederländischen Rüstungskonzerns Destinus -, der Motorenhersteller und Rüstungszulieferer 3W Professional in Hanau und das Münchner Luftfrachtunternehmen Airlogistics Germany.
Das russische Ministerium verwies in seiner im Online-Netzwerk Telegram veröffentlichten Erklärung auf Pläne der Ukraine, gemeinsam mit europäischen Partnern die Drohnenproduktion auszubauen. Es wertete die Pläne als "mutwilligen Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärischen und politischen Situation auf dem gesamten europäischen Kontinent" führe. Die europäische Rüstungsunterstützung für die Ukraine werde die Länder "zunehmend in den Krieg mit Russland hineinziehen".
"Die europäische Öffentlichkeit sollte nicht nur die Ursachen der Gefahren für ihre Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen sowie den Standort der 'ukrainischen' und 'gemeinsamen' Unternehmen kennen, die in ihren Ländern Drohnen und deren Komponenten für die Ukraine herstellen", schrieb das russische Ministerium in seinem Beitrag vom vergangenen Mittwoch weiter. Die russische Botschaft in Berlin wollte sich am Montag auf AFP-Anfrage nicht zur Einbestellung des Botschafters äußern.
Politik
Moskaus Botschafter einbestellt: "Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland"
- AFP - 20. April 2026, 18:31 Uhr
Das russische Verteidigungsministerium hat vergangene Woche auch deutschen Unternehmen öffentlich angeprangert, die an Drohnenprojekten mit der Ukraine beteiligt sein sollen. Das Auswärtige Amt bestellte nun am Montag den russischen Botschafter ein.
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