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Häusliche Gewalt: Mann erschießt im US-Bundesstaat Louisiana acht Kinder

  • AFP - 20. April 2026, 03:52 Uhr
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Polizeiabsperrband
Bild: AFP

Es ist der folgenschwerste Schusswaffenangriff in den USA in mehr als zwei Jahren: In einem mutmaßlichen Fall von häuslicher Gewalt erschoss ein Mann in der Großstadt Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana am Sonntag acht Kinder.

Es ist der folgenschwerste Schusswaffenangriff in den USA in mehr als zwei Jahren: In einem mutmaßlichen Fall von häuslicher Gewalt erschoss ein Mann in der Großstadt Shreveport im US-Bundesstaat Louisiana am Sonntag acht Kinder. Der Täter sei nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei erschossen worden, teilten die Behörden mit. Die acht Opfer seien zwischen achtzehn Monaten und zwölf Jahren alt gewesen, sagte der Polizist Chris Bordelon. Sieben von ihnen waren demnach die eigenen Kinder des Schützen. 

Bordelon sprach von einem Fall häuslicher Gewalt. Schauplätze der Bluttat seien drei Häuser gewesen, die nun gründlich durchsucht würden. Die Ermittler gingen von einem einzelnen Täter aus. Die Polizei identifizierte den Täter als den 31-jährigen Shamar E., sein Motiv war zunächst unklar.

Der Polizei zufolge war E. 2019 in einem Fall mit Schusswaffen festgenommen worden, in dem er sich schuldig bekannt habe. Es seien jedoch keine weiteren Fälle häuslicher Gewalt in seiner Vergangenheit bekannt.

Zwei weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben ebenfalls angeschossen. Eine der beiden Frauen, denen in den Kopf geschossen wurde, ist dem örtlichen Sender KTBS zufolge die Mutter von einigen der getöteten Kinder. Außerdem habe sich ein Junge verletzt, als er von einem Dach gesprungen sei. 

Der Täter stahl nach der Tat ein Auto und lieferte sich eine Verfolgungsjagd mit Polizisten, die schließlich das Feuer auf den Mann eröffneten und ihn töteten. 

Louisianas Gouverneur Jeff Landry erklärte, er sei "untröstlich" wegen der Gewalttat. Shreveports Bürgermeister Tom Arceneaux äußerte sich ebenfalls erschüttert und sprach von einem "schrecklichen" Tag für seine Stadt. Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, der in Shreveport geboren wurde und die Region im US-Kongress vertritt, verurteilte den Vorfall im Onlinedienst X als "sinnlose Tragödie".

Ein Videoreporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtete fünf sichtbare Einschusslöcher an der weißen Tür des kleinen zweistöckigen Hauses. In der Nähe hatten Trauernde ein halbes Dutzend Blumensträuße niedergelegt.

Waffengewalt ist ein alltägliches Problem in den USA, wo es mehr Schusswaffen als Einwohner gibt. Nach Angaben der Organisation Gun Violence Archive handelte es sich bei der Tat in Shreveport um den folgenschwersten Fall von Waffengewalt in den USA seit dem Tod von acht Menschen in einem Vorort von Chicago im Januar 2024. Der Organisation zufolge starben im vergangenen Jahr in den USA fast 15.000 Menschen durch Waffen - Suizide nicht eingerechnet.

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