Die britische Labour-Partei will am Freitag bei einem Sonderparteitag Andy Burdnham als Nachfolger von Premierminister Keir Starmer als Parteichef ernennen und ihn damit auch zum Premierminister machen. Burnham will vor den Delegierten einen "neuen Weg" für Großbritannien ausrufen, wie aus im Vorfeld in britischen Medien veröffentlichten Auszügen seiner Rede hervorging. Der 56-Jährige dürfte dann am kommenden Montag von König Charles III. zum neuen Premierminister ernannt werden.
In seiner für den Mittag vorgesehenen Rede wird Burnham den veröffentlichten Auszügen zufolge sagen, Großbritannien habe "in den 1980er-Jahren eine Reihe falscher Abzweigungen genommen". Damals sei "politische Macht zentralisiert und wirtschaftliche Macht privatisiert" worden. Damit die Wirtschaft für Menschen in ganz Großbritannien funktioniere, brauche es "einen neuen Weg als den, auf dem wir seit 40 Jahren unterwegs sind".Â
Seine Regierung werde "den Mut haben, sich den großen Fragen zu stellen, die die Politik vernachlässigt hat", hieß es in den Auszügen aus Burnhams Redetext. Er will demnach Vorschläge für einen wirtschaftlichen Neubeginn präsentieren und insbesondere eine Reindustrialisierung ankündigen.
Mit seiner Ernennung zum Premier am Montag wäre Burnham der siebte Regierungschef Großbritanniens in zehn Jahren. Burnham hatte sich in den vergangenen Tagen eine breite Unterstützung von 379 der 403 Labour-Abgeordneten im Parlament gesichert - Mitbewerber hat er keine. Der "König des Nordens" zählt zum gemäßigt-linken Lager seiner Partei und war lange Jahre der Bürgermeister des Großraums Manchester. In Großbritannien ist das Amts des Premierministers traditionell an den Vorsitz der Regierungspartei gekoppelt.
Starmer hatte am 22. Juni angesichts miserabler Umfragewerte und einer schweren Schlappe von Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai seinen Rücktritt angekündigt. Der bei den Briten beliebte Burnham ist ein Hoffnungsträger für die sozialdemokratische Labour-Partei: Seine Parteigenossen hoffen, dass er Wählerstimmen von der rechtspopulistischen Partei Reform UK zurückholen kann.
Burnham, der sich bereits 2010 und 2015 um den Labour-Vorsitz beworben hatte, kann für seine künftige Aufgabe als Labour-Chef und Premierminister langjährige Erfahrung in der nationalen und regionalen Politik vorweisen. 2001 wurde er zum ersten Mal ins Unterhaus gewählt, in der Regierung von Tony Blair war er Staatssekretär im Innenministerium. Premier Gordon Brown ernannte ihn zum Staatssekretär im Finanzministerium, später zum Kultur- und danach zum Gesundheitsminister.
Politik
Redeauszüge: Burnham will bei Labour-Sonderparteitag "neuen Weg" ausrufen
- AFP - 17. Juli 2026, 12:36 Uhr
Die britische Labour-Partei kommt am Freitag zu einem Sonderparteitag zur Ernennung des Nachfolgers von Premierminister Keir Starmer als Parteichef, Andy Burnham, zusammen. Am Montag dürfte Burnham zum neuen Premierminister ernannt werden.
Weitere Meldungen
Am Ende war der Druck zu groß: Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat wegen der Leihmutter-Affäre seinen Rücktritt erklärt. Sein "persönliches Glück" sei mit seinem
MehrAngesichts der Affäre um eine Leihmutter hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) seinen Rücktritt erklärt. "Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und
MehrSPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat harte Debatten mit der Union nach der Sommerpause über die Vermögensteuer und eine höhere Erbschaftsteuer angekündigt. Im Gespräch
MehrTop Meldungen
New York (dts Nachrichtenagentur) - Die US-Automobilgewerkschaft UAW will ihren Vorstoß bei ausländischen Herstellern im Süden der USA verstärken. "Wir haben Pläne überall
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Juso-Bundesvorsitzende Philipp Türmer warnt die SPD-Parteispitze vor massivem Unmut an der Basis. "Die Stimmung in der SPD ist am Boden",
MehrDie Grünen haben die umstrittenen geplanten Energiegesetze aus dem Bundeswirtschaftsministerium als "Netzpaket für Netzbetreiber" kritisiert. Die geplanten bis zu 20 Prozent
Mehr













