Das Pariser Musée d'Orsay hat am Montag einen neuen Ausstellungssaal für Nazi-Beutekunst eröffnet. Dort werden Werke gezeigt, die während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich gestohlen oder zu niedrigen Preisen aufgekauft wurden und bis heute nicht an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden konnten. Der Saal trägt den Titel "Wem gehören diese Werke?".
"Hinter dieser scheinbar einfachen Frage verbirgt sich ein häufig schmerzhaftes Geflecht aus Erinnerungen, Nachforschungen und der Hoffnung auf Gerechtigkeit", sagte Museumsleiterin Annick Lemoine bei der Eröffnung der neuen Galerie. Sie zeigt Gemälde von Auguste Renoir und Edgar Degas, aber auch von weniger bekannten Malern.Â
Insgesamt waren während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich etwa 100.000 Kulturgüter aus jüdischem Besitz gestohlen oder aufgekauft worden. Rund 60.000 wurden nach Kriegsende gefunden und zurückgegeben. Einen Teil verkaufte der französische Staat in den 50er Jahren. Etwa 2200 Werke wurden französischen Museen anvertraut, das Musée d'Orsay verwahrt davon 225.Â
"Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende wird es immer schwieriger, die Eigentümer ausfindig zu machen", sagte François Blanchetière, Ausstellungsleiter im Musée d'Orsay. Doch die Nachforschungen gehen immer weiter, mittlerweile ist dabei auch Künstliche Intelligenz (KI) im Einsatz. In Frankreich werden derzeit etwa 30 Fälle bearbeitet.Â
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Pariser Musée d'Orsay eröffnet Saal für Nazi-Beutekunst
- AFP - 4. Mai 2026, 17:59 Uhr
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