Wirtschaft

Klingbeil dringt trotz Absage der EU-Kommission weiter auf Übergewinnsteuer

  • AFP - 24. April 2026, 13:06 Uhr
Bild vergrößern: Klingbeil dringt trotz Absage der EU-Kommission weiter auf Übergewinnsteuer
Lars Klingbeil
Bild: AFP

Bundesfinanzminister Klingbeil will sich weiter für die Einführung einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne einsetzen. Die EU-Kommission hatte zuvor klargestellt, dass sie nicht an der Umsetzung einer EU-weiten Abschöpfung von Übergewinnen arbeitet.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will sich weiterhin für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne einsetzen. "Es sind manchmal dicke Bretter, die in Brüssel gebohrt werden müssen, aber ich hatte diese Woche auch konstruktive Gespräche mit der Europäischen Kommission und werde weiter dafür werben, dass wir dieses Instrument auch einsetzen", sagte der Vizekanzler am Freitag in Berlin. Die EU-Kommission hatte zuvor klargestellt, dass sie nicht an der Umsetzung einer EU-weiten Abschöpfung von Übergewinnen arbeitet.

Kommissionsvizepräsidentin Teresa Ribera verwies am Mittwoch darauf, dass es für die Einführung einer EU-weiten Übergewinnsteuer einen einstimmigen Beschluss der Mitgliedstaaten bräuchte. "Wir können derzeit keine Möglichkeit erkennen, einen gemeinsamen Beschluss darüber zu fassen, wie eine einheitliche Steuer in der gesamten Europäischen Union umgesetzt werden könnte", sagte sie. Auch sei die technische Umsetzung nicht so einfach.

Ribera verwies die Frage zurück an die Regierungen der Mitgliedstaaten. Die Kommission sei bereit, "den Mitgliedstaaten, die bereit wären, diese Maßnahme zu ergreifen, Alternativen anzubieten, um sicherzustellen, dass sie so solide wie möglich sind", sagte sie. "Wir werden mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, die bereit sind, diesen Ansatz zu verfolgen."

Klingbeil begrüßte dies. Es werde nun mit Brüssel beraten, ob "wir auf dieses Instrument zurückgreifen" können, sagte er. Aus der SPD kamen zuletzt Stimmen, die eine nationale Lösung für eine Übergewinnsteuer fordern. Die Union auch in Person von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt dies jedoch ab.

"Wir haben 2022 gesehen, dass es geholfen hat, um Übergewinn auch abzuschöpfen", bekräftigte Klingbeil am Freitag. "Es gibt gerade die Unternehmen, die in einer schweren Krise die Profite machen, die auch Abzocke betreiben." 

2022 hatte die EU eine Übergewinnsteuer als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs eingeführt. Energiekonzerne mussten sie für außergewöhnliche Gewinne zahlen.

Weitere Meldungen

US-Staatsanwältin stellt Ermittlungen gegen Notenbankchef Powell ein

Die US-Justiz hat ihre strafrechtlichen Ermittlungen gegen Notenbankchef Jerome Powell eingestellt und damit den Weg für die Ernennung eines Nachfolgers an der Spitze der Federal

Mehr
Porsche steigt aus Bugatti-Joint-Venture mit kroatischem Hersteller Rimac aus

Der Luxuswagenhersteller Porsche hat angekündigt, aus dem Joint Venture für die Luxusmarke Bugatti mit dem kroatischen Hersteller Rimac auszusteigen. Der Konzern werde seine

Mehr
Russische Zentralbank senkt Leitzins wegen schwächelnder Wirtschaft weiter

Die russische Zentralbank hat wegen der anhaltenden Schwäche der Wirtschaft des Landes den Leitzins ein weiteres Mal um 0,5 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent gesenkt. In einer

Mehr

Top Meldungen

Kabinett will Heizungsgesetz-Reform im Mai beschließen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundeskabinett will erst frühestens Mitte Mai einen Beschluss zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), auch bekannt als

Mehr
Banaszak kritisiert Krisenmanagement des Kanzlers

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Chef Felix Banaszak hat das Krisenmanagement von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich kritisiert. Merz wiederhole einen Fehler von

Mehr
Bahn: EVG kritisiert Konzernumbau "ohne erkennbares Zielbild"

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat deutliche Kritik an der neuen Bahn-Chefin und ihren Plänen für den Konzernumbau

Mehr