Brennpunkte

Aktivist: US-Regierung will afghanische Ortskräfte in Katar in die DRKongo umsiedeln

  • AFP - 22. April 2026, 03:32 Uhr
Bild vergrößern: Aktivist: US-Regierung will afghanische Ortskräfte in Katar in die DRKongo umsiedeln
Flüchtlinge aus Afghanistan 2021 am Flughafen Doha
Bild: AFP

Afghanischen Ortskräften soll einem US-Aktivisten zufolge von der US-Regierung angeboten werden, nach Afghanistan zurückzukehren oder in die kriegsgebeutelte Demokratische Republik Kongo umzusiedeln.

Afghanischen Ortskräften soll einem US-Aktivisten zufolge von der US-Regierung angeboten werden, nach Afghanistan zurückzukehren oder in die kriegsgebeutelte Demokratische Republik Kongo umzusiedeln. Er sei darüber informiert worden, dass mehr als 1100 auf einem ehemaligen US-Stützpunkt in Katar festsitzende Afghanen vor diese Wahl gestellt werden würden, erklärte der ehemalige US-Militär und Leiter der Nichtregierungsorganisation AfghanEvac, Shawn VanDiver, am Dienstag.

Die ehemaligen Verbündeten der US-Armee in Afghanistan befinden sich für die Vorbereitung auf eine Auswanderung in die USA in dem Lager auf dem ehemaligen US-Stützpunkt as-Sailijah in Katar. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte jedoch eine Frist bis zum 31. März gesetzt, um das Lager zu schließen. Nach einem tödlichen Angriff einer früheren afghanischen Ortskraft auf Mitglieder der US-Nationalgarde in Washington im vergangenen Jahr setzte die US-Regierung die Bearbeitung von Asylanträgen für Afghanen aus.

VanDiver verurteilte die Pläne zur Umsiedlung der Afghanen in den Kongo, wo regelmäßige Konflikte unter anderem mit dem Nachbarland Ruanda ebenfalls eine Flüchtlingskrise ausgelöst haben. "Man verlegt keine gesicherten Verbündeten aus Kriegszeiten, von denen mehr als 400 Kinder sind, aus US-Gewahrsam in ein Land, das sich mitten in seinem eigenen Zusammenbruch befindet", erklärte der Leiter von AfghanEvac. Er rechne damit, dass die meisten der Afghanen die Umsiedlungen in den Kongo ablehnen würden. "Der Regierung ist das bewusst. Genau darum geht es", erklärte er. Auf diese Weise sollen die Menschen VanDiver zufolge gezwungen werden, nach Afghanistan zurückzukehren.

Das US-Außenministerium wollte nicht bestätigen, dass die Demokratische Republik Kongo als Ziel ins Auge gefasst worden sei, erklärte jedoch, die US-Regierung prüften eine "freiwillige Neuansiedlung" aus dem Lager in Katar. "Die Verlegung der Menschen in ein Drittland ist eine positive Lösung, die diesen verbliebenen Menschen Sicherheit bietet, um ein neues Leben außerhalb Afghanistans zu beginnen, und zugleich die Sicherheit des amerikanischen Volkes gewährleistet", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.

Ein US-Senator für die Demokraten, Tim Kaine, erklärte, es wäre "wahnsinnig", afghanische Verbündete der US-Armee in den Kongo zu schicken. "Wir haben diesen Afghanen zugesagt, dass wir ihre Sicherheit garantieren würden, nachdem sie uns geholfen haben", erklärte er. "Wir sind verpflichtet, unser Versprechen einzulösen, weil es das Richtige ist und weil ein Wortbruch es künftig nur erschweren würde, die Art von Partnerschaften aufzubauen, die wir möglicherweise zur Wahrung unserer nationalen Sicherheit brauchen."

Den afghanischen Ortskräften droht in ihrem Heimatland Verfolgung durch die radikalislamischen Taliban für ihre Zusammenarbeit mit den USA. Nach jahrelanger westlicher Militärpräsenz hatten die Taliban im August 2021 die Macht in Afghanistan zurückerobert und ein sogenanntes islamisches Emirat ausgerufen. Seither setzen sie ihre strenge Auslegung des Islam mit drakonischen Gesetzen durch.

Weitere Meldungen

Gewalttaten in Aachener Rotlichtbezirk: Strafe für Hooligan wird neu verhandelt

Das Landgericht Aachen muss neu über die Strafe für einen Mann aus der Hooliganszene entscheiden, der wegen Gewalttaten im Rotlichtbezirk der nordrhein-westfälischen Stadt

Mehr
Bayerische Polizei durchsucht Banken und Firma wegen Geldwäscheverdachts

Wegen mutmaßlicher Geldwäsche in Millionenhöhe hat die bayerische Polizei zwei Banken und eine Firma durchsucht. Dabei handelte es sich um zwei Objekte in Bayern und eines in

Mehr
Mord in Berliner Park nach Beleidigungen auf Tiktok: Lebenslange Haft

Zehn Monate nach der Tötung eines Manns am helllichten Tag in einem Berliner Park ist ein 24-Jähriger zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht

Mehr

Top Meldungen

Reiches Pläne für künftige Energieversorgung sorgen weiter für Kritik

Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für die Energieversorgung in Deutschland sorgen weiterhin für Kritik - auch innerhalb der Koalition.

Mehr
Flughafen-Verband fordert "Tankrabatt für Airlines"

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Der Flughafen-Verband ADV drängt die Bundesregierung angesichts des stark gestiegenen Öl-Preises und der wachsenden Sorgen um die

Mehr
Umweltminister lehnt Reiches Stromnetz-Pläne ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Bundesregierung bahnt sich Streit um die Stromnetz-Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an. "Ich sehe noch erheblichen

Mehr