Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sieht in der aktuellen Energiekrise neben Risiken auch Chancen für klimapolitische Fortschritte. "Die zentrale Erkenntnis ist: Wir müssen unabhängiger werden von teurem und unsicherem Öl und Gas", sagte Schneider im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs, der am Dienstagvormittag in Berlin beginnt. "Die Klimapolitik liefert die Lösungen, damit die nächste fossile Energiekrise weniger weh tut", hob er hervor.
"Die große Mehrheit der Menschheit verbindet der Wunsch, nicht länger Opfer der Entwicklungen an der Straße von Hormus zu sein", sagte Schneider. "Gute Gegenmittel" dafür seien vorhanden, verwies er auf "erneuerbaren Energien, Elektromobilität und Wärmepumpen". Der Klimadialog in Berlin, zu dem hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten erwartet werden, sei daher "eine gute Gelegenheit, neuen Schwung für den Klimaschutz zu organisieren".
Nachdrücklich drängte Schneider vor allem auf den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien sowie Wärme- und Verkehrswende. "Bei Strom aus Wind und Sonne sind wir international schon sehr weit gekommen. Jetzt geht es darum, den nächsten Schritt zu schaffen und auch Mobilität und Heizungen mit Strom aus erneuerbaren Energien elektrisch anzutreiben", forderte der Umweltminister. "Die kollektive Erfahrung der aktuellen Energiekrise kann dabei helfen, zu größeren Fortschritten zu kommen."
"Deutschland verfolgt konsequent den Umbau seiner Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien und höherer Energieeffizienz", sagte Schneider. Auf die aktuellen Debatten um Pläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ging er dabei nicht ein. Reiche wird vorgeworfen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen. Zudem stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich den Zeitplan für den Kohleausstieg infrage.
Merz will am Mittwoch auf dem Klimadialog sprechen. Dieser soll Weichen stellen für die nächste UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya. Die Bundesregierung hatte sich im März in ihrem Klimaschutzprogramm zu den geltenden nationalen und internationalen Klimazielen bekannt. Umweltverbände werfen ihr jedoch vor, dies nicht durch hinreichende Maßnahmen zu untermauern.
Politik
Vor Klimadialog: Schneider sieht in Energiekrise Chance für mehr Klimaschutz
- AFP - 21. April 2026, 08:53 Uhr
Umweltminister Carsten Schneider sieht in der aktuellen Energiekrise Chancen für klimapolitische Fortschritte. 'Wir müssen unabhängiger werden von teurem und unsicherem Öl und Gas', sagte er vor Beginn des Petersberger Klimadialogs in Berlin.
Weitere Meldungen
Von der Welle von Angriffen auf Nutzer des Messengerdienstes Signal sind nach Informationen des "Spiegel" auch Mitglieder der Bundesregierung betroffen. Es handele sich um
MehrDie Zahl der Abschiebungen aus den EU-Ländern ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. "Im Jahr 2025 wurden 28 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten in der EU
MehrDie Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, geht in den Mutterschutz. Leavitt, die ihr zweites Kind erwartet, verabschiedete sich am Freitag am Weißen Haus von den
MehrTop Meldungen
Hannover (dts Nachrichtenagentur) - Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat die Mineralölkonzerne aufgefordert, die ab 1. Mai geltende Steuerermäßigung auf Benzin
MehrDie deutsche Wirtschaft bewertet die Politik der schwarz-roten Bundesregierung laut Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger inzwischen schlechter als zur Zeit der vorherigen
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Fraktionschef Matthias Miersch hat eine Blockade der Energiewende-Reformpläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) angekündigt.
Mehr














