Brennpunkte

Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor

  • AFP - 17. April 2026, 12:34 Uhr
Bild vergrößern: Mandelson-Affäre: Weiterer Rücktritt in britischer Regierung steht wohl bevor
Olly Robins
Bild: AFP

In der Affäre um die Ernennung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA wird es laut Medienberichten einen weiteren Rücktritt geben. Ein hoher Beamter im Außenministerium werde sein Amt niederlegen.

In der Affäre um die Ernennung des Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA wird es laut Medienberichten einen weiteren Rücktritt geben. Der hochrangige Beamte im britischen Außenministerium, Olly Robbins, habe das Vertrauen von Premierminister Keir Starmer verloren und werde sein Amt niederlegen, berichteten mehrere britische Medien am Donnerstagabend. Robbins leitet im Außenamt den diplomatischen Dienst.

Beamte im Außenministerium hatten offenbar verschwiegen, dass Mandelson bei einer Sicherheitsüberprüfung durchgefallen war. Starmer sagte dazu am Freitag während eines Besuchs in Paris, es sei "unverzeihlich und inakzeptabel", dass er nicht über den negativ ausgefallenen Sicherheitscheck informiert worden sei. Er sei darüber "sehr wütend".

Der frühere Wirtschaftsminister und EU-Kommissar Mandelson soll in seiner Zeit als Regierungsmitglied sensible Informationen an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeben haben, mit dem er befreundet war. Starmer entließ Mandelson im vergangenen September von seinen Posten als Botschafter in den USA. Der Premier warf seinem Labour-Parteikollegen vor, die Regierung über das Ausmaß seiner Beziehung zu Epstein im Unklaren gelassen zu haben.

Am Donnerstag bestätigte ein Regierungssprecher, dass Mandelson zum Botschafter ernannt wurde, obwohl er bei einer vorherigen Sicherheitsprüfung durchgefallen war. Die Entscheidung, sich über dieses Ergebnis hinwegzusetzen und Mandelson dennoch zum Botschafter zu machen, wurde demnach von Beamten im Außenministerium getroffen. Der Sprecher erklärte, Starmer sei darüber nicht im Bilde gewesen.

Die Affäre beschäftigt Starmer seit Monaten. Anfang des Jahres waren deshalb bereits zwei Berater des Regierungschefs zurückgetreten. In der Folge war auch Starmer immer mehr in Erklärungsnot geraten. Oppositionsführerin Kemi Badenoch forderte am Freitag seinen Rücktritt. "Starmer hat unsere nationale Sicherheit verraten. Er sollte gehen", schrieb sie im Onlinedienst X.

Weitere Meldungen

Unbekannte stehlen 70 Rinder von Weide in Brandenburg

Unbekannte haben in Brandenburg 70 Rinder von einer Weide gestohlen. Die Täter verschafften sich Zutritt zu dem Gelände in Uebigau-Wahrenbrück und entwendeten die Tiere auf

Mehr
Verbandspräsident will Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen

Der neue Präsident des Reservistenverbands, Bastian Ernst, hat eine Erhöhung des Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre gefordert. "Wir sollten diese Ressourcen von

Mehr
Teenager nach erneuten Angriff auf britische Synagoge angeklagt

Nach einer Serie von Anschlägen auf jüdische Einrichtungen im Großraum London haben die britischen Strafverfolgungsbehörden Anklage gegen einen 17-Jährigen erhoben. Dem

Mehr

Top Meldungen

Neuer Ausschuss soll Versorgungslage beobachten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Nationale Sicherheitsrat hat offenbar einen neuen Ausschuss zur Beobachtung der Versorgungslage beschlossen. Das berichtet die "Frankfurter

Mehr
Medien fordern Schutz gegen KI-Ausbeutung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - ARD, ZDF und mehrere Medienverbände fordern von der Politik einen Schutz gegen KI-Ausbeutung - und haben sich am Dienstag mit einem flehenden

Mehr
Studie: EU-Förderung stärkt Wachstum in strukturschwachen Regionen

Dresden (dts Nachrichtenagentur) - Die Strukturfördermittel der EU haben geholfen, in strukturschwachen Regionen das Wachstum zu fördern. Das ergab eine neue Studie der Dresdner

Mehr