Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die vom Familienministerium geplanten Änderungen im Umgang mit geflüchteten unbegleiteten Minderjährigen stoßen bei Fachverbänden und in der Opposition im Bundestag auf Empörung.
"Eine Wohnsitzverpflichtung und drohende Bußgelder nur für geflüchtete Kinder und Jugendliche, wäre eine diskriminierende Praxis, die in keiner Weise die Probleme löst", sagte Lennart Scholz, Referent des Bundesfachverbands Minderjährigkeit und Flucht (BuMF), dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). Die hier geplanten Änderungen seien "verfassungs- und europarechtswidrig."
Ausländische Heranwachsende, die unbegleitet nach Deutschland kommen, werden auf die Jugendämter im Land verteilt, die dann für Unterbringung und Versorgung verantwortlich sind. Nach Angaben der Bundesregierung wurde im Jahr 2022/2023 die Betreuung bei mehr als jedem Zehnten eingestellt, weil die Minderjährigen den zugeteilten Wohnort wieder verlassen haben. In Zukunft könnte ihnen dafür ein Bußgeld drohen - laut Gesetzentwurf zu ihrem besseren Schutz.
Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Heidi Reichinnek, nannte den Vorschlag "schlichtweg Blödsinn". Minderjährige in Obhut des Jugendamtes seien nicht in der Lage, Bußgelder zu zahlen. "Insofern läuft es auf eine Kriminalisierung hinaus, die unnötig ist und die man ganz einfach umgehen könnte, indem man ihre Interessen ordentlich berücksichtigt."
Die jugendpolitische Sprecherin der Grünen, Denise Loop, spricht von Freiheitseinschränkung für ausländische Kinder und Jugendliche. "Das ist ein fatales Signal und kann ihre Integration massiv erschweren", sagte sie den Zeitungen. "Unbegleitete ausländische Minderjährige sind in erster Linie auch Kinder und Jugendliche und sollten auch als solche behandelt werden."
Lifestyle
Bußgeldpläne für geflüchtete Minderjährige stoßen auf Kritik
- dts - 16. April 2026
.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Sinan Selen, hat sich mit Blick auf die Vorbereitungen des Inlandsgeheimdienstes auf
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Forderung nach einer bundesweiten Freibad-Offensive relativiert. Freibäder seien ein wichtiger
MehrJeder Fünfte würde sich einer Umfrage zufolge eine KI-Unterstützung für den deutschen Fußballbundestrainer wünschen. 21 Prozent sind der Auffassung, dass er sich bei seinen
MehrTop Meldungen
Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Wenige Stunden vor Veröffentlichung neuer Inflationszahlen durch das Statistische Bundesamt deuten regionale Daten bereits auf eine
MehrDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat sich im Juni kaum verändert: Gegenüber dem Vormonat sank sie um 15.000 auf 2,936 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA)
MehrNürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni 2026 um 22.000 gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Gegenüber dem Vormonat sank sie
Mehr














