Wirtschaft

Höchstens 2000 Euro: BSW fordert Kostendeckel beim Führerschein

  • AFP - 7. Februar 2026, 08:00 Uhr
Bild vergrößern: Höchstens 2000 Euro: BSW fordert Kostendeckel beim Führerschein
Fahrschulauto
Bild: AFP

Angesichts der hohen Kosten für einen Führerschein in Deutschland hat das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) einen Preisdeckel gefordert. 'Bund und Länder sollen sicherstellen, dass man den Führerschein frühzeitig für maximal 2000 Euro machen kann'.

Angesichts der hohen Kosten für einen Führerschein in Deutschland hat das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) einen Preisdeckel gefordert. "Bund und Länder sollen sicherstellen, dass man den Führerschein frühzeitig für maximal 2000 Euro machen kann", sagte BSW-Chef Fabio De Masi am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Gegenfinanziert werden solle dies durch Einsparungen bei der E-Auto-Förderung und durch eine Erbschaftsteuerreform.

Die Kosten für einen Führerschein könnten "nur noch als Abzocke junger Leute und ihrer Familien" bezeichnet werden, sagte De Masi. Für Millionen Familien stellten die Führerscheinkosten eine finanzielle Hürde dar, die kaum noch zu überwinden sei. "Es kann nicht sein, dass Jugendliche aus einkommensschwachen Familien sich nicht mehr leisten können, was sie oft für Ausbildung und Arbeit benötigen."

Die Bundesregierung sei "auch bei diesem Thema politisch handlungsunfähig", kritisierte De Masi. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte im Herbst eine Reform des Führerscheins ankündigt und einen "günstigeren Führerschein" in Aussicht gestellt. De Masi sagte, falls diese Reform "überhaupt kommt", wäre sie nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Das BSW fordere daher den Preisdeckel.

Außerdem sollten Bund und Länder den Führerschein ab 17 Jahren "finanziell anreizen", schlug De Masi vor. "Verkehrsforscher weisen darauf hin, dass begleitetes Fahren viel bringt, um die Fahrsicherheit zu erhöhen."

Ein bezahlbarer Führerschein sei außerdem eine Maßnahme gegen den Fachkräftemangel, argumentierte der BSW-Chef. "Wir plädieren für ein Recht auf einen bezahlbaren Führerschein, das sozialer Ungerechtigkeit entgegenwirkt und die Wirtschaft unterstützt."

Schnieder hatte zuletzt gewarnt, die von ihm vorgeschlagene Reform der Fahrschulausbildung werde den Führerschein "nicht unmittelbar billiger" machen. "Wir geben den Fahrschulen Optionen und Freiheiten - wie sich das konkret auf die Preise auswirkt, wird der Markt regeln", sagte er Ende Dezember. Er reagierte damit auf Medienberichte über einbrechende Neuanmeldungen bei den Fahrschulen. Der Interessenverband Moving beklagte erst vor wenigen Tagen, die Ankündigung Schnieders habe zu "massiver Verunsicherung" geführt - Fahrschulen berichten demnach von "drastische Einbrüchen bei Neuanmeldungen und erheblichen Umsatzeinbußen".

Weitere Meldungen

Spritpreise: Verbraucherschützer fordern Stromsteuersenkung als Entlastung

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat sich für Entlastungen für Verbraucher wegen der hohen Spritpreise ausgesprochen. Direkte Entlastungen an den Zapfsäulen

Mehr
Unicredit legt Angebot für weitere Anteile an der Commerzbank vor

Die italienische Großbank Unicredit hat am Montag ein Angebot zur Übernahme weiterer Anteile an der Commerzbank vorgelegt. Die Unicredit strebt ein Tauschangebot an, um ihre

Mehr
Justizministerium: Zahl der Fahrgäste ohne Ticket im DB-Fernverkehr gestiegen

Die Zahl der Fahrgäste ohne gültiges Ticket in Fernverkehrszügen ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Das geht aus Antworten des Bundesjustizministeriums auf eine Kleine

Mehr

Top Meldungen

Commerzbank: SPD lehnt Übernahmeversuch von Unicredit ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-Bundestagsfraktion stellt sich entschieden gegen den Übernahmeversuch von Unicredit bei der Commerzbank. "Die Commerzbank ist eine

Mehr
Streiks im Nahverkehr am Donnerstag in mindestens fünf Bundesländern

Die Gewerkschaft Verdi ruft für Donnerstag in mehreren Bundesländern Beschäftigte in kommunalen Nahverkehrsunternehmen zum Streik auf. Betroffen sind Bayern, das Saarland,

Mehr
Steigende Öl- und Gaskosten: Reiche lehnt Preisdeckel ab

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel als Reaktion auf steigenden Gas- und Spritpreise ab. Staatliche Eingriffe in den Gas- oder Strommarkt

Mehr