Die EU-Kommission hat neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurückgewiesen. "Reiner Unsinn", reagierte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag auf ein 160-seitiges Dokument aus dem Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus, in dem der EU eine "jahrzehntelange Kampagne der Zensur des weltweiten Internets" vorgeworfen wird. Der Republikaner-geführte Ausschuss hatte das Dokument kurz zuvor veröffentlicht.
Ziel der Anschuldigungen aus Washington ist vor allem das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Mit dem Gesetz nimmt die EU große Digitalkonzerne in die Pflicht, verbotene Inhalte auf ihren Plattformen zu löschen. Das Prinzip: Was im Alltag verboten oder sogar strafbar ist, ist auch im Internet nicht erlaubt. Dazu gehören Morddrohungen, Kindesmissbrauchs-Fotos, Volksverhetzung und Nazi-Symbole.
Die EU-Kommission legt nicht fest, was online erlaubt ist. Es gelten die Gesetze der 27 EU-Länder. Brüssel ist aber für die Umsetzung zuständig. Die Kommission steht im Kontakt mit den großen Digitalkonzernen und kann bei Verstößen Bußgelder verhängen - etwa wenn die Plattformen Gewaltdarstellungen, Pornografie oder Drohungen nicht löschen. Die US-Regierung und zahlreiche Republikaner nennen das "Zensur".
"Die Europäische Kommission hat nach zehn Jahren genügend Kontrolle über die weltweite Meinungsäußerung im Internet erlangt, um Erzählungen, die ihre Macht bedrohen, umfassend zu unterdrücken", heißt es in dem US-Dokument. Er enthält zahlreiche bislang nicht verifizierte E-Mails zwischen Beamten der EU-Kommission und Vertretern der Digitalkonzerne, die der Ausschuss nach eigenen Angaben von den Unternehmen angefordert hat.
Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben ständig im Austausch mit Konzernen wie Google, Apple, Meta und Tiktok, um die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen. Gegen mehrere Unternehmen laufen Ermittlungen wegen möglicher Verstöße. In diesem Zusammenhang hat die Kommission immer wieder zusätzliche Informationen bei den Firmen angefragt, zuletzt wegen der Verbreitung von KI-Bildern von Kindern und Frauen im Bikini oder in sexualisierten Posen auf der Plattform X.
"Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht in Europa", sagte der Kommissionssprecher am Dienstag. "Das Gesetz für digitale Dienste schützt dieses Recht gegen die großen Digitalkonzerne", betonte er und verwies unter anderem auf Brüsseler Ermittlungen gegen den Konzern Meta, zu dem die Plattformen Instagram und Facebook gehören. Meta hatte zuvor Algorithmen eingeführt, die politische Inhalte auf den Plattformen unterdrücken und damit weniger häufig anzeigen.
Politik
EU-Kommission weist neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurück
- AFP - 3. Februar 2026, 18:29 Uhr
Die EU-Kommission hat neue 'Zensur'-Vorwürfe aus Washington scharf zurückgewiesen. 'Reiner Unsinn', reagierte ein Sprecher der EU-Kommission auf ein 160-seitiges Dokument aus dem Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus.
Weitere Meldungen
Nach monatelangen Anfeindungen hat US-Präsident Donald Trump den kolumbianischen Staatschef Gustavo Petro im Weißen Haus empfangen. Die Begegnung fand am Dienstag anders als
MehrDie Nato hat mit der militärischen Planung einer Arktis-Mission begonnen. "Die Planungen für eine Nato-Maßnahme zur verstärkten Wachsamkeit mit Namen 'Arctic Sentry' laufen",
MehrWegen seiner Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gibt der ehemalige britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson, seinen Sitz im britischen Oberhaus ab.
MehrTop Meldungen
Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die EU-Kommission will den Europäischen Emissionshandel für die Energiewirtschaft und die Industrie (EU-ETS-1) deutlich abschwächen. Das
MehrDie EU-Kommission ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Staatshilfen gegen den chinesischen Windturbinen-Hersteller Goldwind. Brüssel vermutet, dass Subventionen aus Peking dem
MehrBayreuth (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef von Tennet Germany, Tim Meyerjürgens, hat die Vorteile des angekündigten staatlichen Einstiegs bei Tennet hervorgehoben. "Wenn
Mehr














