Brennpunkte

Südkorea: Strafmaß gegen ehemalige First Lady Kim deutlich verschärft

  • AFP - 28. April 2026, 12:08 Uhr
Bild vergrößern: Südkorea: Strafmaß gegen ehemalige First Lady Kim deutlich verschärft
Die Urteilsverkündung wurde live im Fernsehen übertragen
Bild: AFP

Das Strafmaß gegen Südkoreas ehemalige First Lady Kim Keon Hee wegen Korruption ist deutlich verschärft worden. Ein Berufungsgericht in Seoul verurteilte Kim zu nun vier Jahren Haft.

Das Strafmaß gegen Südkoreas ehemalige First Lady Kim Keon Hee wegen Korruption ist deutlich verschärft worden. Ein Berufungsgericht in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verurteilte Kim am Dienstag zu nun vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50 Millionen Won (rund 29.000 Euro). Die Ehefrau des zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-Präsidenten Yoon Suk Yeol war im Januar wegen Bestechlichkeit zunächst zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten verurteilt worden.

Kim hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt, ebenso die Staatsanwaltschaft, die das Urteil für zu mild erachtete und einen Freispruch wegen des ebenfalls erhobenen Vorwurfs der Börsenmanipulation nicht akzeptieren wollte.

Das Gericht in Seoul verschärfte nun die Strafe. Es sprach die 53-Jährige schuldig, den Börsenkurs des südkoreanischen Autohändlers "Deutsch Motors" manipuliert zu haben. Kim habe ihre Schuld nicht eingestehen wollen und sich stattdessen "fortwährend in Ausreden geflüchtet", gab das Gericht in der live im Fernsehen übertragenen Urteilsbegründung bekannt.

Ihre Annahme von Bestechungsgeldern habe "das öffentliche Vertrauen in die Transparenz staatlicher Angelegenheiten und die faire Umsetzung nationaler Politik untergraben". Kim hatte dem Gericht zufolge Luxusartikel von der Moon-Sekte angenommen haben, darunter zwei Designerhandtaschen der französischen Luxusmarke Chanel.

Die ehemalige First Lady war nicht zum ersten Mal in einen Skandal verwickelt. 2023 wurde sie bereits im sogenannten Dior-Handtaschen-Skandal der Bestechlichkeit beschuldigt, da sie offenbar eine Handtasche der französischen Luxusmarke entgegengenommen hatte. 

Kims Ehemann, Ex-Staatschef Yoon, war wegen der Ausrufung des Kriegsrechts zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte im Dezember 2024 vor dem Hintergrund eines Haushaltsstreits zeitweise das Kriegsrecht ausgerufen und Südkorea damit in eine tiefe politische Krise gestürzt. Yoon hat Berufung gegen sein Urteil eingelegt.

Weitere Meldungen

Merz: Bundeswehr muss fähig sein zum "Fight tonight"

Munster (dts Nachrichtenagentur) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Willen betont, weiter kräftig in die Bundeswehr zu investieren. "Wir müssen hier und heute

Mehr
In eigene Tasche gewirtschaftet: Haftstrafe wegen Untreue in Millionenumfang in Hessen

Weil er in großem Stil Gelder aus Kohlegeschäften abzweigte, ist ein Mann aus dem hessischen  Offenbach zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Das

Mehr
Illegales Streamingportal für 60.000 Kunden: Mann an Flughafen Stuttgart festgenommen

Am Flughafen Stuttgart ist ein Mann festgenommen worden, der ein illegales Streamingportal für bis zu 60.000 Kunden betrieben haben soll. Der 39-Jährige kam in

Mehr

Top Meldungen

Deutsches Bruttoinlandsprodukt legt zu Jahresbeginn zu

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal des Jahres gegenüber Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3

Mehr
Schwache Frühjahrsbelebung: Zahl der Arbeitslosen nur leicht gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen ist im April leicht gesunken: Sie nahm um 13.000 auf 3,008 Millionen ab, wie wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg am Donnerstag mitteilte.

Mehr
Schwache "Frühjahrsbelebung" am Arbeitsmarkt

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Zu Jahresbeginn geht die Arbeitslosigkeit aufgrund der sogenannten "Frühjahrsbelebung" typischerweise zurück - in diesem April hat es aber

Mehr