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Fernzug rast in Pendlerzug: 15 Tote und 88 Verletzte bei Unglück in Indonesien

  • AFP - 28. April 2026, 14:00 Uhr
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Rettungseinsatz nach dem Zugunglück in Indonesien
Bild: AFP

Bei der Kollision eines Fernzuges mit einem Pendlerzug sind in Indonesien 15 Menschen ums Leben gekommen und 88 weitere verletzt worden. Im Bahnhof Bekasi Timur nahe der indonesischen Metropole Jakarta war ein Fernzug in einen stehenden Pendlerzug gerast.

Bei der Kollision zweier Züge sind in Indonesien 15 Menschen ums Leben gekommen und 88 weitere verletzt worden. Im Bahnhof Bekasi Timur nahe der indonesischen Metropole Jakarta sei am Montagabend (Ortszeit) ein Fernzug in einen stehenden Pendlerzug gerast, teilten die Behörden mit. Das Unglück löste einen Großeinsatz von Rettungskräften aus, der erst am Dienstagmorgen nach fast zwölf Stunden endete.

Danach lautete die Bilanz 15 Tote und 88 Verletzte, wie Infrastruktur-Minister Agus Harimurti Yudhoyono vor Journalisten sagte. Alle Opfer waren in dem Pendlerzug gewesen, die rund 240 Insassen des anderen Zuges blieben laut der Sprecherin des staatlichen Bahnkonzerns KAI, Anne Purba, unverletzt.

Ihr Sprecher-Kollege Franoto Wibowo hatte zuvor mitgeteilt, ein Taxi scheine den Pendlerzug an einem Bahnübergang gestreift zu haben, wodurch dieser auf den Gleisen zum Stehen gekommen sei. Dort sei er dann von dem heranrasenden Fernzug erfasst worden. Laut der Such- und Rettungsbehörde wurden mehrere Waggons des Pendlerzugs schwer beschädigt und Menschen "aufgrund der Wucht des Aufpralls" in den Waggons eingeklemmt. 

Jakartas Polizeichef Asep Edi Suheri sagte, der Fernzug sei in den letzten, ausschließlich Frauen vorbehaltenen Waggon des Pendlerzuges gerast.

Eine Überlebende schilderte der Nachrichtenagentur AFP die Momente nach dem Aufprall. "Ich dachte, ich würde sterben", sagte die 29-jährige Sausan Sarifah in ihrem Bett in einem Krankenhaus in Bekasi, wo sie wegen eines gebrochenen Arms und einer tiefen Schnittwunde am Oberschenkel behandelt wurde. 

Als ihr Zug am Bahnhof Bekasi Timur zum Stehen gekommen sei, hätten sich die Passagiere zum Aussteigen bereit gemacht, sagte die Überlebende. Doch dann sei "dieses extrem laute Geräusch der Lokomotive" zu hören gewesen und keine Zeit mehr geblieben "hinauszukommen, und am Ende lagen alle im Zug übereinander, zerquetscht". Sie habe Angst gehabt zu ersticken und wisse nicht, wie es denen gehe, die unter ihr gelegen hätten.

Wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete, wurden nach der Kollision Menschen auf Tragen aus dem Wrack getragen und in bereitstehende Krankenwagen gebracht. Hunderte Menschen verfolgten den Großeinsatz.

Indonesiens Staatschef Prabowo Subianto besuchte Unfallopfer im Krankenhaus und sprach den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus. Er ordnete eine "sofortige Untersuchung" des Unfalls sowie den Bau einer Überführung am Bekasi-Bahnhof an. Viele Bahnübergänge im Land seien nicht gesichert, sagte der Präsident. Daher habe er angeordnet, dass "sofort alle Übergänge" Wachpersonal oder Überführungen bekämen.

Verkehrsunfälle sind in Indonesien keine Seltenheit. Busse, Züge und Flugzeuge sind in dem südostasiatischen Land häufig alt und schlecht gewartet. Im Januar 2024 waren bei einem Zugunfall in einer anderen Region der Provinz Westjava vier Bahnmitarbeiter getötet und rund zwei Dutzend weitere Menschen verletzt worden. 2015 kamen in Jakarta bei der Kollision eines Pendlerzugs mit einem Kleinbus 16 Menschen ums Leben gekommen.

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