Gesundheit

WHO: Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos können beeinflusst werden

  • AFP - 15. Juli 2026, 17:08 Uhr
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Bis zu 45 Prozent des Risikos einer Demenzerkrankung lassen sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beeinflussen. Dazu gehören Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, soziale Isolation und Luftverschmutzung.

Bis zu 45 Prozent des Risikos einer Demenzerkrankung lassen sich nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beeinflussen. In ihren am Mittwoch veröffentlichten neuen Leitlinien zum Umgang mit Demenz nennt die WHO als beeinflussbare Risikofaktoren für Demenz-Erkrankungen unter anderem Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, soziale Isolation und Luftverschmutzung. Durch Prävention kann demnach eine Erkrankung verhindert oder ihr Auftreten hinausgezögert werden.

Auch Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel könnten das Demenzrisiko erhöhen, erklärte die UN-Organisation weiter. Eine bessere Behandlung dieser Erkrankungen könne daher zur Vorbeugung beitragen. Für Erwachsene mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen empfiehlt die WHO zudem geistige Anregung und gezieltes Training. Die am Mittwoch veröffentlichten WHO-Empfehlungen sind die ersten zum Umgang mit Demenz seit dem Jahr 2019.

Demenz beeinträchtigt das Gedächtnis, das Denkvermögen und die Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen. Sie tritt häufiger bei Menschen über 65 Jahren auf, ist nach Angaben der WHO aber kein unvermeidlicher Bestandteil des Alterns.

Weltweit leben demnach mehr als 57 Millionen Menschen mit Demenz, jährlich kommen fast zehn Millionen Diagnosen hinzu. Alzheimer ist mit einem Anteil von schätzungsweise 60 bis 70 Prozent die häufigste Form. Demenz ist weltweit die siebthäufigste Todesursache und eine der wichtigsten Ursachen für Behinderung und Pflegebedürftigkeit im Alter.

Da es bislang keine Heilung und keine allgemein zugängliche wirksame Behandlung gebe, bleibe Vorbeugung die wirksamste Strategie, erklärte die WHO. Die neuen Empfehlungen sollen Gesundheitsbehörden und medizinischem Personal helfen, Risiken früher zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte, die Erkenntnisse über die Ursachen des Demenzrisikos seien heute umfassender als je zuvor. Staaten verfügten nun über klare und wissenschaftlich begründete Empfehlungen, um die kognitive Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Die weltweiten wirtschaftlichen Kosten von Demenz werden von der WHO auf jährlich 1,3 Billionen Dollar geschätzt. Etwa die Hälfte davon entfällt auf unbezahlte Betreuung durch Angehörige und Freunde.  

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