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14-Jähriger an See in Dormagen getötet: Kind als Tatverdächtiger ermittelt

  • AFP - 6. Februar 2026, 15:18 Uhr
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Einsatzfahrzeug mit Blaulicht
Bild: AFP

Nach einem tödlichen Gewaltverbrechen an einem 14-Jährigen in Dormagen in Nordrhein-Westfalen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen ermittelt. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um ein Kind, wie die Polizei in Neuss mitteilte.

Nach einem tödlichen Gewaltverbrechen an einem 14-Jährigen in Dormagen in Nordrhein-Westfalen haben Polizei und Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen ermittelt. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um ein Kind, wie die Polizei in Neuss am Freitag mitteilte. Zu den konkreten Tatumständen machten die Ermittler keine Angaben. Der tote 14-Jährige war vor eineinhalb Wochen an einem See am Stadtrand von Dormagen gefunden worden.

Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen Zwölfjährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Bislang gibt es demnach keine Hinweise auf ein rassistisches Tatmotiv - das Gewaltopfer stammt aus dem afrikanischen Eritrea.

Weitere Einzelheiten nannten die Ermittler auch auf Nachfrage nicht. Dabei verwiesen die Beamten auf das junge Alter des Verdächtigen und den Persönlichkeits- und Jugendschutz. Die Ermittlungen dauern an.

Spaziergänger hatten den toten 14-Jährigen am 28. Januar gegen 17.00 Uhr am Waldsee zwischen den Dormagener Stadtteilen Delhoven und Hackenbroich gefunden. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ergab eine Obduktion, dass der Jugendliche an Schnitt- und Stichverletzungen starb. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. 

Die Staatsanwaltschaft und die Stadt Dormagen setzten für entscheidende Hinweise in dem Fall einen Belohnung von insgesamt 10.000 Euro aus. Nach Angaben der Stadt lebte der 14-Jährige seit 2018 in Dormagen, wohnte in einer städtischen Unterkunft und besuchte eine städtische Schule.

Die Anteilnahme in der Stadt ist groß. Am Freitagmittag sollte nach Stadtangaben eine öffentliche Trauerfeier für den getöteten 14-Jährigen auf dem Sportplatz eines Fußballvereins stattfinden. Es hätten bereits Tausende "ihre Anteilnahme an dem grausamen Tod" des 14-Jährigen zum Ausdruck gebracht, hieß es. An der etwa einstündigen Trauerfeier sollte auch Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) teilnehmen. Die anschließende Beisetzung solle nur im privaten Kreis erfolgen, hieß es weiter.

Lierenfeld sagte nach der Feststellung des Tatverdächtigen, es mache ihn "fassungslos", dass ein Kind tatverdächtig sei. "Dass ein Minderjähriger mutmaßlich diese Tat begangen hat, ist natürlich etwas, was uns umso betroffener macht und was uns auch das Blut in den Adern gefrieren lässt."

Als Kind werden laut deutscher Rechtslage alle Menschen unter 14 Jahren bezeichnet. Danach gelten sie als Heranwachsende, ab 18 Jahre als Erwachsene. Auch Strafmündigkeit ist erst ab 14 Jahren gegeben.

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