Wirtschaft

Trump will neuen Fed-Chef bereits am Freitag nominieren

  • AFP - 30. Januar 2026, 02:29 Uhr
Bild vergrößern: Trump will neuen Fed-Chef bereits am Freitag nominieren
Fed-Chef Jerome Powell
Bild: AFP

US-Präsident Donald Trump will den neuen Chef der Notenbank Federal Reserve (Fed) bereits am Freitag nominieren. Er habe 'jemanden sehr Guten' gewählt, sagte Trump. Zuvor hatte er erklärt, den neuen Fed-Chef nächste Woche nominieren zu wollen.

US-Präsident Donald Trump will den neuen Chef der Notenbank Federal Reserve (Fed) bereits am Freitag nominieren. Er werde seine Entscheidung "morgen Früh" bekannt geben, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) bei der Premiere für einen Dokumentarfilm über seine Ehefrau Melania Trump vor Journalisten. Er habe "jemanden sehr Guten" gewählt, fügte Trump hinzu.

Zuvor hatte Trump erklärt, den neuen Fed-Chef nächste Woche nominieren zu wollen. "Es wird eine Person sein, die, wie ich denke, gute Arbeit leisten wird", sagte er bei einer Kabinettssitzung in Washington. Die Personalentscheidung bedarf der Zustimmung des US-Senats.

Als mögliche Kandidaten werden in Washington der von Trump ernannte Fed-Vorstand Christopher Waller sowie das frühere Zentralbank-Mitglied Kevin Warsh gehandelt. Der Präsident hatte zudem den Manager Rick Rieder von dem Investmentkonzern Blackrock ins Gespräch gebracht, den Trump "beeindruckend" nannte. Zwischenzeitlich galt der Vorsitzende des Wirtschaftsrats im Weißen Haus, Kevin Hassett, als Favorit für den Fed-Posten. Kürzlich sagte Trump allerdings, er wolle Hassett "behalten, wo er ist".

Das Mandat von Fed-Chef Jerome Powell läuft am 15. Mai nach rund acht Jahren aus. Trump hatte den Republikaner Powell 2017 selbst nominiert, ihn wegen seiner Geldpolitik aber immer wieder kritisiert. Seit seiner erneuten Vereidigung vor gut einem Jahr verschärfte Trump seine Angriffe und stellte damit die Unabhängigkeit der Fed in Frage. Vor Kurzem teilte Powell sogar mit, die US-Justiz drohe ihm mit Ermittlungen, nachdem Trump ihm angeblichen "Betrug" bei der Renovierung des Zentralbankgebäudes unterstellt hatte.

Auf Trumps Missfallen fiel auch die am Mittwoch verkündete Zinspause der Notenbank. Er bezeichnete Powell erneut als "Schwachkopf", weil die Fed den Leitzins nach drei Absenkungen in Folge in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gehalten hatte. "Wir sollten den niedrigsten Zinssatz weltweit haben", bekräftigte Trump vor seinen Ministern. Der Leitzins solle "um zwei Punkte oder sogar um drei Punkte niedriger liegen". Wirtschaftswissenschaftler warnen vor Verwerfungen im internationalen Finanzsystem, sollte die einflussreiche Fed künftig dem Willen des unberechenbaren Trump gehorchen. 

Weitere Meldungen

Bundesrat befasst sich mit Gesetzen für mehr Verbraucherschutz

In seiner ersten Sitzung in diesem Jahr befasst sich der Bundesrat am Freitag mit mehreren Gesetzen zur Stärkung des Verbraucherschutzes (ab 09.30 Uhr). So sollen

Mehr
Lkw-Fahrer in Montenegro und Nordmazedonien beenden Blockade an EU-Außengrenze

Nach der Ankündigung einer Überarbeitung der EU-Regelung zur Ein- und Ausreise in den Schengenraum haben Lkw-Fahrer in Montenegro und Nordmazedonien am Donnerstag eine Blockade

Mehr
Verkauf von Erdöl an Kuba: Trump droht Staaten mit zusätzlichen Zöllen

US-Präsident Donald Trump hat Staaten wegen des Verkaufs von Erdöl an Kuba mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Solche Zölle könnten auf Einfuhren aus Staaten, die "direkt oder

Mehr

Top Meldungen

Union dämpft Erwartungen an Long-Covid-Forschungsförderung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der forschungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Florian Müller (CDU), hat vor zu hohen Erwartungen an die 500 Millionen Euro

Mehr
Regierung sieht hohe Risiken durch US-Sanktionen gegen Rosneft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung fürchtet Versorgungsrisiken mit Öl und Raffinerieprodukten, sollten die aktuell ausgesetzten US-Sanktionen für die

Mehr
Finanzministerium will keine "Wero"-Pflicht für Händler

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundesfinanzministerium unter Leitung von Minister Lars Klingbeil (SPD) begrüßt Projekte wie den Zahlungsdienst "Wero". Eine Pflicht,

Mehr