Wirtschaft

ProSiebenSat.1 plant neuen Free-TV-Sender

  • dts - 15. Juli 2026, 17:23 Uhr
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ProSiebenSat.1 Media AG (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Unterföhring (dts Nachrichtenagentur) - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 will einen neuen linearen, frei empfangbaren Sender starten. Das Unternehmen plant, 2027 mit Sat.2 auf Sendung zu gehen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Henrik Pabst, bei ProSiebenSat.1 als Chief Content Officer für das Programm zuständig, sagte der Zeitung: "Es kommt noch ein Sender in der Sat.1-Familie hinzu. Wir werden 2027 mit Sat.2 starten." Der Sender richte sich an Zuschauer im Alter von 45 bis 65 Jahren. "Da gibt es eine hohe Nachfrage an großen fiktionalen Serien, die man noch sehr gut von früher kennt", so Pabst. Zum Programm sollen unter anderem "Der Bulle von Tölz", "Kommissar Rex" und alte Daily-Soaps wie "Verliebt in Berlin" gehören. Die Werbewirtschaft habe positive Signale gegeben.

Der Schritt kommt überraschend, weil der Zuspruch zu linearen Sendern zurückgeht und Streaming-Angebote immer attraktiver werden. Pabst sagte, die bisherigen Zielgruppensender der Gruppe seien erfolgreich und würden Marktanteile gewinnen. Er betonte aber, dass Sat.2 Teil eines viel größeren Puzzles sei. Für jeden Inhalt werde in der Gruppe die richtige Ausspielung und ein individuelles Monetarisierungs-Konzept gefunden. Die Sender blieben dabei wichtig - als "Qualitäts-Anker mit Millionenreichweite". Pabst sagte: "Ich bin überzeugt, dass es unsere frei empfangbaren Sender noch lange geben wird. Aber wir verteilen unser Programm heute über alle Plattformen."

Im vergangenen Herbst hatte die italienische Mediengruppe Media for Europe (MFE) die Mehrheit an ProSiebenSat.1 übernommen. Mit dem geplanten Start von Sat.2 habe dies aber nichts zu tun, so Pabst. Die Idee gebe es schon länger. Es gebe Geschäftsbereiche, in denen man mit MFE gut zusammenarbeite, etwa bei Streaming-Technologie und IT. Programm-Entscheidungen würden aber in Deutschland getroffen. "Nur dann kommt das beste Ergebnis dabei heraus", sagte Pabst.

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