Wissenschaftliche Berater der Bundesnetzagentur haben Änderungen an der derzeitigen Ausgestaltung der Stromnetzentgelte vorgeschlagen. Der sogenannte Wissenschaftliche Arbeitskreis für Regulierungsfragen (WAR) empfiehlt unter anderem die Einführung von dynamischen Netzentgelten und eine stärkere Beteiligung von Photovoltaik-Anlagen-Betreibern an den Netzkosten, wie die Netzagentur am Donnerstag mitteilte.
"Wir brauchen eine Modernisierung der Entgeltgrundsätze im Strombereich, um die Finanzierung zu sichern und bessere Anreize für ein netzdienliches Verhalten zu setzen", erklärte der WAR-Vorsitzende Jürgen Kühling von der Universität Regensburg. "Die bisherige Systematik der Netzentgelte passt nicht mehr zu einem dezentralen Stromsystem", ergänzte sein Stellvertreter Justus Haucap von der Universität Düsseldorf.
Die Stromnetzentgelte setzen sich bislang aus einem Grundpreis sowie einer mengenabhängigen Komponente zusammen. Wer viel Strom aus der eigenen PV-Anlage produziert und deshalb weniger aus dem Netz bezieht, reduziert seine Netzkosten so deutlich. Die Energieexperten schlagen vor, für Besitzer von Solaranlagen den Grundpreis zu erhöhen und die mengenmäßige Komponente zu senken, "sodass auch diese Kunden sich angemessen an den Netzkosten beteiligen".
Wer Strom aus der Solaranlage in das Netz einspeist, soll zudem über eine "kapazitätsabhängie Einspeisegebühr" stärker an den Netzkosten beteiligt werden. Auch Speicherbetreiber sollen perspektivisch mehr zahlen. Diese wiederum würden von dynamischen Netzentgelten profitieren, wenn also Erzeugung und Verbrauch zeitlich und regional flexibler ans Netz angepasst werden.
Die Bundesnetzagentur arbeitet derzeit an einer Neugestaltung der Stromnetzentgeltsystematik. Der WAR berät die Bonner Behörde dabei.
Wirtschaft
Experten empfehlen dynamische Netzentgelte und höhere Kosten für PV-Betreiber
- AFP - 16. Juli 2026, 13:15 Uhr
Wissenschaftliche Berater der Bundesnetzagentur haben Änderungen an der derzeitigen Ausgestaltung der Netzentgelte für Strom- und Gasnetze vorgeschlagen.
Weitere Meldungen
Die Hitzewelle im Juni ist der deutschen Wirtschaft einem Medienbericht zufolge teuer zu stehen gekommen. Die zweiwöchige Hitzeperiode habe die Wirtschaft mindestens 6,3
MehrDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die zweiwöchige Hitzeperiode Ende Juni kostete die deutsche Wirtschaft mindestens 6,3 Milliarden Euro. Das berichtet das "Handelsblatt"
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Vorsitzende des Hausärzteverbands, Nicola Buhlinger-Göpfarth, hat Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) scharf kritisiert. Die Ministerin
MehrTop Meldungen
Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Lufthansa will ab September den Flugverkehr in die Golfregion wieder ausbauen. Verbindungen nach Saudi-Arabien sowie nach Jordanien
MehrGoogle kann in Italien womöglich für Youtube-Videos mit Glücksspielwerbung haftbar gemacht werden, die ein Geschäftspartner hochlud. Das entschied der Europäische Gerichtshof
MehrDie britische Aufsichtsbehörde für Medien und Telekommunikation (Ofcom) hat eine Untersuchung gegen den Onlinedienst Tiktok wegen eines möglicherweise unzureichenden
Mehr














