Brennpunkte

Islamistisches Motiv vermutet: Anklage nach Luftgewehrschüssen auf Autos in Bayern

  • AFP - 30. April 2026, 09:44 Uhr
Bild vergrößern: Islamistisches Motiv vermutet: Anklage nach Luftgewehrschüssen auf Autos in Bayern
Darstellung der Justitia
Bild: AFP

Sieben Monate nach Luftgewehrschüssen auf fahrende Autos auf einer Bundesstraße in Bayern ist der Tatverdächtige wegen 23 versuchter Morde angeklagt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft München vermutet ein islamistisches Motiv.

Sieben Monate nach Luftgewehrschüssen auf fahrende Autos auf einer Bundesstraße in Bayern ist der Tatverdächtige wegen 23 versuchter Morde angeklagt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft München vermutet nach Angaben vom Donnerstag ein islamistisches Motiv. Der 22 Jahre alte Türke habe schwere, potenziell tödliche Verkehrsunfälle verursachen wollen.

Er soll an drei Tagen im September 2025 an der Straße bei Dillingen an der Donau vom Fahrbandrand aus mit einem Luftgewehr mit Zielfernrohr auf willkürlich ausgewählte vorbeifahrende Autos geschossen haben. Dabei habe er Tarnkleidung getragen, führte die Generalstaatsanwaltschaft aus. Er habe die Fahrer mit den Schüssen irritieren wollen, wodurch sie von der Fahrbahn abkommen und bei Unfällen getötet oder schwer verletzt werden sollten. 

Es passierten aber keine Unfälle. Zwar erschraken die Fahrer, wie die Ermittler ausführten. Teils sei es zu Brems- oder Lenkmanövern gekommen, aber alle Wagen hätten die Spur gehalten. Sachschäden entstanden allerdings. Sie betrugen den Angaben zufolge insgesamt an den betroffenen Autos mehr als 33.000 Euro. 

Der Tatverdächtige soll mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sympathisieren. Er habe die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA glorifiziert, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Darum habe er für seine Taten die Tage rund um den 11. September 2025 ausgewählt. Er habe "Ungläubige" töten wollen.

Am 13. September wurde der Mann in der Nähe des Tatorts festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Als sich Anhaltspunkte für ein extremistisches Motiv ergaben, übernahm die bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelte bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus Ende September das Ermittlungsverfahren.

Neben 23 versuchten Morden wirft die Anklage dem 22-Jährigen einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und das unerlaubte Führen einer Schusswaffe vor. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Landgericht Augsburg.

Weitere Meldungen

Verdacht auf jahrelangen Kindesmissbrauch: 84-Jähriger in Stuttgart festgenommen

In Stuttgart ist ein 84-Jähriger wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch festgenommen worden, der in den vergangenen Jahren in hunderten Fällen Kinder zu sexuellen Handlungen

Mehr
84-Jähriger nach hunderten Fällen Kindesmissbrauch festgenommen

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Die Polizei Stuttgart hat einen 84 Jahre alten Mann festgenommen, dem sexueller Missbrauch von Kindern in mehreren hundert Fällen vorgeworfen

Mehr
Bus stürzt nahe Paris in die Seine - Vier Insassen gerettet

Bei einem spektakulären Unfall südlich von Paris ist ein Bus in die Seine gestürzt und vollständig im Wasser versunken. Alle vier Insassen wurden gerettet. Der Bus kam nach

Mehr

Top Meldungen

Städtetag kritisiert Vorgehen beim Heizungsgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Städtetag kritisiert die Vorgehensweise der Bundesregierung beim Heizungsgesetz und fordert Unterstützung von Bund und Ländern.

Mehr
Union lehnt Preisstopp für Deutschlandticket ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Union lehnt Forderungen der Länderverkehrsminister ab, wegen der Energiekrise den Preis des Deutschlandtickets vorerst bei 63 Euro

Mehr
Linke warnt vor Wahl-Rache bei Heizungsgesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Co-Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, will weiter für Nachbesserungen im Sinne der Mieter beim Heizungsgesetz kämpfen. Schwerdtner

Mehr