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US-Youtuber nach provokanten Videos in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt

  • AFP - 15. April 2026, 12:11 Uhr
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Johnny Somali vor Reportern bei seiner Ankunft am Gericht
Bild: AFP

Nach einer Reihe provokanter Videos ist ein US-Youtuber in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Seoul verurteilte den 25-jährigen Johnny Somali unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung.

Nach einer Reihe provokanter Videos ist ein US-Youtuber in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Seoul verurteilte den 25-jährigen Johnny Somali am Mittwoch unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung und der Verbreitung von Falschinformationen. 

Der Streamer, der mit bürgerlichem Namen Ramsey Khalid Ismael heißt, hatte 2024 unter anderem mit einem Video für Empörung gesorgt, in dem er eine Statue zum Gedenken an die koreanischen Sexsklavinnen während des Zweiten Weltkriegs küsste und vor dem Denkmal sexuell anzüglich antanzte. Zudem streamte er andere provokante Aktionen in Südkorea und Japan auf den Plattformen Youtube und Twitch. Dazu gehörte das Abspielen von lauter nordkoreanischer Propaganda-Musik in Südkorea.

Die südkoreanischen Behörden leiteten daraufhin Ermittlungen gegen Johnny Somali ein und untersagten es ihm, vor dem Abschluss des Gerichtsverfahrens das Land zu verlassen. Bei seiner Ankunft am Gericht bat der US-Streamer am Mittwoch um Verzeihung. "Ich bin voller Reue", zitierten ihn südkoreanische Medien. "Ich möchte mich beim koreanischen Volk entschuldigen. Ich möchte mein Leben ändern und ein besserer Mensch werden."

Insbesondere das Video, das der Youtuber im Oktober 2024 von sich an dem Denkmal für die koreanischen Sexsklavinnen machte, hatte in Südkorea für Empörung gesorgt. Er entfernte es später aus seinem Youtube-Kanal. 

Nach Schätzungen von Historikern hatten japanische Soldaten während des Weltkriegs rund 200.000 junge Frauen, zumeist Koreanerinnen, als Sexsklavinnen missbraucht. Diese Frauen wurden von den Japanern beschönigend "Trostfrauen" genannt. Das Schicksal dieser Frauen ist bis heute ein schmerzhaftes Kapitel in der koreanischen Geschichte.

Johnny Somali wurde wegen der Aktion mitunter auch körperlich angegriffen. Bei dem nun verhängten Hafturteil ging es aber nicht um die Aktion an dem Denkmal, wie das Gericht klarstellte.

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