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"Gänsehaut": Artemis-Astronauten müssen Erlebtes erst noch "begreifen"

  • AFP - 9. April 2026, 13:32 Uhr
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Die vier Astronauten der Artemis-2-Mission an Bord der Orion-Kapsel
Bild: AFP

Nach ihrem ihrem Rekorde brechenden Flug um den Mond sind die Astronauten der Mission Artemis 2 noch immer überwältigt von ihrer einzigartigen Erfahrung. Was die vier Besatzungsmitglieder erlebt hätten, sei nahezu 'unbegreiflich' und 'ein wahres Geschenk', sagte Artemis-2-Kommandant Reid Wiseman.

Ein "Geschenk" und "Privileg": Nach ihrem Rekorde brechenden Flug um den Mond sind die Astronauten der Mission Artemis 2 noch immer überwältigt von ihrer einzigartigen Erfahrung. Was die vier Besatzungsmitglieder erlebt hätten, sei nahezu "unbegreiflich" und "ein wahres Geschenk", sagte Artemis-2-Kommandant Reid Wiseman am Mittwoch bei einer emotionalen Pressekonferenz aus dem All. "Wir müssen vieles erst einmal verarbeiten, in Tagebüchern festhalten und aufschreiben, um das Erlebte dann in seiner ganzen Tiefe zu begreifen."

Die Besatzungsmitglieder Jeremy Hansen, Christina Koch, Reid Wiseman und Victor Glover befinden sich derzeit auf dem Rückweg zur Erde. Die vier Artemis-Astronauten äußerten sich zwei Tage vor der für die Nacht zum Samstag MESZ geplanten Landung ihrer Orion-Kapsel im Pazifik gegenüber Journalisten.

Bei ihrem Flug rund um den Mond hatten sie sich 406.778 Kilometer weit von der Erde entfernt - so weit wie nie ein Mensch zuvor. Sie machten tausende Fotos und dokumentierten zahlreiche Beobachtungen, unter anderem von Mondkratern und Lichtblitzen auf der Mondoberfläche. Zudem erlebten sie eine Sonnenfinsternis, als der Mond vor der Sonne vorbeizog. 

Er habe "noch nicht einmal angefangen zu verarbeiten, was wir erlebt haben", sagte das Besatzungsmitglied Victor Glover. Nun lägen noch zwei Tage vor der Crew, dabei sei es allein schon atemberaubend, "mit einem Feuerball durch die Atmosphäre zu rasen". Sichtlich bewegt fügte er hinzu: "Ich werde für den Rest meines Lebens über all diese Dinge nachdenken und darüber sprechen."

Artemis-2-Kommandant Wiseman geriet vor allem beim Gedanken an die Sonnenfinsternis ins Schwärmen. Dieses Erlebnis sei für ihn "besonders ergreifend" gewesen. "Ich bekomme gerade Gänsehaut, wenn ich nur daran denke, meine Handflächen schwitzen", sagte er.

Auf die Frage, was sie am meisten am Leben im Weltraum vermissen werde, nannte Koch den "Teamgeist". "Ich werde es vermissen, so eng mit diesen vielen Menschen an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, eine gemeinsame Mission zu haben, jeden Tag hart dafür zu arbeiten über hunderttausende von Meilen hinweg, mit einem Team am Boden", sagte sie.

"Diese Art von Teamarbeit hast Du normalerweise nicht als Erwachsener", fügte sie hinzu. "Wir sind so eng wie Brüder und Schwestern. Dies ist ein Privileg, das wir nie wieder haben werden."  

Obwohl sie nun schon mehr als eine Woche auf engstem Raum - und mit einer schlecht funktionierenden Toilette - zusammenlebten, gebe es nichts, "weshalb ich sagen würde, dass ich froh wäre, wenn es vorbei wäre". 

"Wir können nicht gründlicher forschen, wenn wir nicht ein paar unbequeme Dinge tun, wenn wir nicht ein paar Opfer bringen, wenn wir nicht ein paar Risiken eingehen", betonte sie. "All diese Dinge sind es wert." 

Artemis 2 ist die erste bemannte Mission in Richtung Mond seit mehr als 50 Jahren. Für das Jahr 2028 strebt die Nasa erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder eine Mondlandung an. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit Apollo 17 auf dem Mond gelandet.

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