Technologie

Düll gegen Einbezug von Lehrern in gesetzliche Rente

  • dts - 28. Mai 2025, 02:00 Uhr
Bild vergrößern: Düll gegen Einbezug von Lehrern in gesetzliche Rente
Klassenraum in einer Schule (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan Düll, lehnt den Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren, als "falsches Signal" ab.

Er warnt, dass dies die "Attraktivität des Lehrerberufs weiter senken" würde. "Der Deutsche Lehrerverband lehnt eine Integration der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung ab. Das Beamtentum ermöglicht dem Staat, qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden und ihnen im Gegenzug besondere Pflichten und Loyalität abzuverlangen", sagte Düll der Mediengruppe Bayern (Mittwoch).

"Eine Abschaffung der eigenständigen Altersversorgung für Beamte würde die Attraktivität des Lehrerberufs weiter senken und den Lehrermangel verschärfen." In Zeiten, in denen der Staat dringend qualifiziertes Personal benötige, spricht er von einem "falschen Signal".

Der Mangel an qualifizierten Lehrkräften bleibt laut Düll eine der größten Herausforderungen im deutschen Bildungssystem. "Aktuell ist keine nachhaltige Entspannung beim Lehrermangel zu erkennen." Quereinsteiger könnten die Situation kurzfristig abmildern, aber nicht die strukturellen Probleme lösen. "Die Belastung für das vorhandene Personal ist weiterhin sehr hoch und wirkt sich negativ auf die Unterrichtsqualität und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler aus", sagte er.

Auch wenn in einigen Jahren die Schülerzahlen wieder sinken sollten, spricht sich Düll gegen eine Senkung der Lehrkräftezahl aus. "Eine Lehrkräftereserve an jeder Schule hilft, Unterrichtsausfall durch Abwesenheit wegen zum Beispiel Krankheit oder Weiterbildung zu verhindern oder die Förderung in kleinen Gruppen zu ermöglichen."

Der Deutsche Lehrerverband ist gegen ein generelles Handy-Verbot an Schulen. "Ein absolutes Verbot für alle Altersgruppen und den gesamten Schulbereich ist weder praktikabel noch durchsetzbar", sagte Düll mit Blick auf viele Eltern, die wollten, dass ihre Kinder im Notfall erreichbar sind. "Entscheidend ist, dass wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern Regeln für den sinnvollen Umgang mit digitalen Geräten erarbeiten. Medienkompetenz und verantwortungsbewusster Umgang mit Smartphones müssen Teil des Bildungsauftrags sein", erklärte der Verbandspräsident. "Ein flächendeckendes Komplettverbot führt nur zu Umgehung und schadet dem Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und Schülern."

Weitere Meldungen

Verivox: Fast alle Gemeinden in Deutschland haben Internetlücken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Etwa 2,2 Millionen Menschen in Deutschland haben noch immer keinen Internetzugang mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde, obwohl die Politik

Mehr
Bericht: EU-Kommission will ChatGPT in Zukunft strenger regulieren

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Das US-Softwareunternehmen OpenAI soll offenbar künftig unter den "Digital Services Act" (DSA) der EU fallen und damit stärker reguliert

Mehr
Studie: Hohe Social-Media-Nutzung schadet Schulleistungen

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) legt nahe, dass die zunehmende Nutzung sogenannter sozialer Medien zu den

Mehr

Top Meldungen

Ökonomen kritisieren Entlastungspläne der Koalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Pläne der Bundesregierung zur Entlastung der Bürger stoßen bei Ökonomen auf Kritik. Der Präsident des Deutschen Instituts für

Mehr
Konjunkturelle Entwicklung verliert spürbar an Dynamik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Einschätzung der Bundesregierung hat die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland im ersten Quartal vor dem Hintergrund des Konflikts im

Mehr
Wirtschaftsweise kritisiert Beschlüsse des Koalitionsausschusses

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat die Beschlüsse der Regierungskoalition zur Entlastung der Bürger scharf kritisiert. "Eine Senkung des

Mehr