Brennpunkte

Sabotage an Korvetten der deutschen Marine: Festnahmen in Hamburg und Griechenland

  • AFP - 3. Februar 2026, 14:28 Uhr
Bild vergrößern: Sabotage an Korvetten der deutschen Marine: Festnahmen in Hamburg und Griechenland
Zwei neue Korvetten im Hamburger Hafen
Bild: AFP

Nach versuchter Sabotage an deutschen Marineschiffen im Hamburger Hafen haben Ermittler zwei Beschuldigte festgenommen. Die Zugriffe erfolgten nach Ermittlerangaben in Hamburg und Griechenland.

Nach versuchter Sabotage an deutschen Marineschiffen im Hamburger Hafen haben Ermittler zwei Beschuldigte festgenommen. Die Zugriffe erfolgten in Hamburg und Griechenland, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hansestadt am Dienstag mitteilte. Die beiden Verdächtigen sollen demnach im vergangenen Jahr versucht haben, mehrere auf einem Werftgelände liegende und für die deutsche Marine bestimmte Korvetten zu beschädigen.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen. Sie sollen laut Generalstaatsanwaltschaft im Hafen gearbeitet und dabei technische Anlagen an Bord der Schiffe sabotiert haben. Demnach füllten sie unter anderem 20 Kilogramm sogenannten Strahlkies in den Motorblock eines Schiffes, zerstachen Frischwasserleitungen oder deaktivierten Sicherungsschalter für die Bordelektronik.

Den Angaben zufolge wurden alle Taten rechtzeitig entdeckt und Schäden an den noch nicht in Dienst gestellten Schiffen verhindert. Andernfalls hätten die Korvetten aber massiv in Mitleidenschaft gezogen werden können, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Dies wiederum hätte "die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können". Der Vorwurf gegen die beiden Beschuldigten lautet dementsprechend auf versuchte Sabotage an Verteidigungsmitteln. Weitere Angaben zum möglichen Hintergrund wurden zunächst nicht gemacht.

Bei den Ermittlungen werde "auch die Frage möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Auch auf Nachfrage machte eine Sprecherin dazu keine näheren Angaben. "Die Ermittlungen dazu dauern an", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP.

Die Festnahmen erfolgten auf Grundlage vorab beim Amtsgericht Hamburg erwirkter Haftbefehle am Dienstag in Hamburg sowie einem nicht näher genannten Dorf in Griechenland. Auch Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland seien durchsucht worden, hieß es. Konkret liegt dem Haftbefehl der Vorwurf einer versuchten Sabotage an einem Schiff zu Grunde. Die Ermittler verdächtigen die beiden Männer nach eigenen Angaben aber noch mehrerer weiterer Sabotagehandlungen.

Zuständig ist die für Staatsschutzdelikte zuständige Abteilung der Hamburger Generalstaatsanwaltschaft. Koordiniert wurden die Zugriffe von der europäischen Justizbehörde Eurojust. Neben dem Hamburger Landeskriminalamt waren die rumänische und die griechische Polizei beteiligt.

Korvetten sind kleinere Mehrzweckkriegsschiffe für den Einsatz gegen See- und Landziele sowie Seeraumüberwachung insbesondere im küstenahen Bereich. Die deutsche Marine beschloss vor mehreren Jahren, ihre Flotte an Korvetten der "Braunschweig"-Klasse von fünf auf zehn zu verdoppeln. Die rund 90 Meter langen Schiffe werden von der Bremer Werftengruppe NVL gebaut, zu der auch die Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss gehört. Dort werden die neuen Korvetten unter anderem endausgerüstet.

Weitere Meldungen

Drei Gästefans vor Champions-League-Spiel in Dortmund attackiert und beraubt

In Dortmund sind vor einem Champions-League-Fußballspiel drei Gästefans angegriffen und beraubt worden. Der gewaltsame Übergriff ereignete sich vergangene Woche vor der

Mehr
Ungeduldiger Autofahrer fährt in Niedersachsen Sperrmüllwagen zur Seite

Ein offenbar äußerst ungeduldiger Autofahrer hat in Niedersachsen einen Sperrmüllwagen zur Seite gefahren, der ihn bei der Weiterfahrt behinderte. Zwei Mitarbeiter des

Mehr
Menschenrechtsgericht verurteilt Russland wegen Inhaftierung Nawalnys

Zwei Jahre nach dem Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in einem russischen Straflager hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Russland wegen

Mehr

Top Meldungen

Umfrage: Mehrheit befürwortet Abschaffung der Acht-Stunden-Regel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Mehrheit der Deutschen ist offen für eine Reform bei der Ausgestaltung der täglichen Arbeitszeit. In einer Erhebung von Forsa für die

Mehr
EU-Kommission ermittelt gegen chinesische Windkraftfirma

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Kommission hat Ermittlungen gegen das chinesische Windkraftunternehmen Goldwind eingeleitet. Es gehe um den Verdacht, dass

Mehr
Kraftstoffpreise im Januar deutlich gestiegen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im Januar im Vergleich zum Dezember stark gestiegen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten

Mehr