Lifestyle

Forscher: Alternde Zootiere gefährden langfristige Ziele im Artenschutz

  • AFP - 22. Januar 2026, 11:53 Uhr
Bild vergrößern: Forscher: Alternde Zootiere gefährden langfristige Ziele im Artenschutz
Junge Giraffe in Berliner Tierpark 2024
Bild: AFP

Viele Tierpopulationen in Zoos sind überaltert und gefährden nach Meinung von Forschern damit die Artenschutzziele. In vielen Zoos gibt es zu wenig junge und viele ältere Tiere, weshalb solche Populationen als weniger stabil gelten.

Viele Tierpopulationen in Zoos sind überaltert und gefährden nach Meinung von Forschern damit die Artenschutzziele. In vielen Zoos gibt es zu wenig junge und viele ältere Tiere, weshalb solche Populationen als weniger stabil und widerstandsfähig gelten, wie die Universität Frankfurt am Donnerstag unter Verweis auf eine gemeinsame Studie unter anderem mit der Universität Zürich mitteilte.

Die Experten analysierten die demografische Entwicklung von insgesamt 774 Säugetierpopulationen, die zwischen 1970 und 2023 in europäischen und nordamerikanischen Zoos gehalten wurden. Basis ist demnach eine internationale Datenbank, die von mehr als 1200 Institutionen weltweit genutzt wird und in der für jedes einzelne Tier unter anderem Alter, Geschlecht, Abstammung, Herkunft sowie der Reproduktionsstatus erfasst werden.

Zur Beurteilung, wie stabil eine Gruppe von Zootieren ist, nutzten die Forscher Alterspyramiden. Eine stabile, widerstandsfähige Population weist typischerweise eine pyramidenförmige Altersstruktur auf: Viele junge und fortpflanzungsfähige Individuen bilden die Basis, während der Anteil älterer Tiere nach oben hin abnimmt. Solche Populationen sind besser etwa gegen Krankheitsausbrüche gewappnet.

Die Studie zeigt jedoch in vielen Fällen, dass der Anteil von Zoopopulationen mit relativ wenigen jungen und vielen älteren Tiere zunimmt. Zudem nahm zeitgleich der Anteil der sich fortpflanzenden Weibchen stark ab - um 49 Prozent in den nordamerikanischen und um 68 Prozent in den europäischen Populationen. In einigen der untersuchten Tiergruppen gab es zuletzt gar keine fortpflanzungsfähigen Weibchen mehr.

Dies hat nach Angaben der Forscher nicht nur zur Folge, dass Nachwuchs fehlt, sondern es beeinträchtigt auch die Sozialstruktur vieler Tierarten. Fortpflanzung und Aufzucht von Jungtieren zählten zu den Grundbedürfnissen von Tieren und seien elementare Bestandteile einer artgerechten Haltung.

Erstautor Marcus Clauss von der Universität Zürich forderte: "Dieser Trend muss unbedingt gestoppt und umgekehrt werden". Zoos könnten ihre zentrale Rolle im Artenschutz nur erfüllen, wenn sie tatsächlich stabile "Reservepopulationen" erhalten. "Dafür braucht es wieder mehr Jungtiere und weniger alte Tiere", forderte Clauss.

Im Januar 2025 hatte sich Clauss schon einmal deutlicher geäußert und für eine "geplante und fachgerechte Tötung überzähliger Zootiere" plädiert.

Weitere Meldungen

"Jesus hatte Sex mit Maria Magdalena": Empörung über Äußerung von Kolumbiens Präsident

Mit der Bemerkung, Jesus Christus habe wahrscheinlich Sex mit Maria Magdalena gehabt, hat der kolumbianische Präsident Gustavo Petro Empörung unter den Gläubigen seines Landes

Mehr
Wetterdienst: Januar in Deutschland teils so schneereich wie seit 2010 nicht mehr

Der Januar war in Teilen Nordwestdeutschlands der schneereichste seit mehr als 15 Jahren. Das geht aus der am Freitag veröffentlichen Monatsbilanz des Deutschen Wetterdiensts im

Mehr
Schäferhunde: Genetische Vielfalt durch Krieg und populäre Deckrüden geschrumpft

Der Zweite Weltkrieg und der übermäßige Einsatz weniger Deckrüden haben die genetische Vielfalt des Deutschen Schäferhundes geschrumpft. Das fand ein internationales

Mehr

Top Meldungen

Trump schlägt Kevin Warsh als neuen Fed-Chef vor

Washington (dts Nachrichtenagentur) - US-Präsident Donald Trump nominiert Kevin Warsh als neuen US-Notenbankchef. Das teilte Trump am Freitag mit. Warsh, der zuletzt als

Mehr
Bosch verzeichnet erneut starken Gewinneinbruch

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Der Automobilzulieferer Bosch hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang seines operativen Gewinns verzeichnet. Das operative Ergebnis

Mehr
Länderdaten deuten auf wieder angestiegene Inflation

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die bundesweite jährliche Inflationsrate, die im Dezember bei 1,8 Prozent gelegen hatte, dürfte im Januar wieder angestiegen sein. Darauf

Mehr