Lifestyle

Bundestag gedenkt NS-Opfern

  • dts - 28. Januar 2026, 13:53 Uhr
Bild vergrößern: Bundestag gedenkt NS-Opfern
Holocaust-Gedenktag am 28.01.2026, via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundestag hat am Mittwoch der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Die Holocaust-Überlebende Tova Friedman erinnerte in einer Rede vor dem Plenum an die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Sie sprach über ihre schmerzhaften Erinnerungen und die Notwendigkeit, das Vergessen zu verhindern. Friedman, die als Kind das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebte, betonte die Wichtigkeit, die Geschichte lebendig zu halten, um zukünftige Generationen vor den Gefahren des Antisemitismus zu warnen.

Friedman erzählte, dass sie nie ihre Großeltern oder Urgroßeltern kennenlernen konnte, da sie während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland ermordet wurden. Sie erinnerte an die sechs Millionen Juden, darunter eineinhalb Millionen Kinder, die allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft getötet wurden. Friedman schilderte eindringlich, wie sie als Kind in einem Ghetto in Polen versteckt wurde und später im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau überlebte.

In ihrer Rede hob Friedman hervor, dass Antisemitismus auch heute noch existiere und sich in neuen Formen zeige. Sie erzählte von den Erfahrungen ihrer Enkel, die aufgrund ihres jüdischen Glaubens Diskriminierung erlitten. Friedman appellierte an die Zuhörer, wachsam zu bleiben und sich gegen jede Form von Hass und Vorurteilen zu stellen.

Friedman wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Familie zunächst in das Ghetto Tomaszów Mazowiecki deportiert. Im Alter von fünf Jahren deportierten die Nazis Friedman gemeinsam mit ihrer Mutter in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Sie überlebte das Vernichtungslager als eines der jüngsten bekannten Kinder - zunächst aufgrund eines mutmaßlichen technischen Defekts der Gaskammern und später, indem sie sich während der Todesmärsche zwischen Leichen im Krankenrevier versteckte.

Nach ihrer Befreiung am 27. Januar 1945 musste sie feststellen, dass viele ihrer Familienangehörigen ermordet worden waren. Friedman und ihre Familie emigrierten im Jahr 1950 in die USA. In New York studierte sie Psychologie, Literatur und Sozialarbeit. 1960 heiratete sie und ging mit ihrem Mann Maier Friedman für zehn Jahre nach Israel, um dort an der Hebräischen Universität Jerusalem zu lehren. Nach ihrer Rückkehr in die USA arbeitete sie mehr als zwanzig Jahre als Psychotherapeutin und Direktorin am "Jewish Family Service of Somerset and Warren Counties" in New Jersey und praktiziert dort bis heute.

Weitere Meldungen

Susan Sarandon erhält spanischen Goya-Preis für ihr Lebenswerk

US-Schauspielerin Susan Sarandon soll in diesem Jahr den spanischen Goya-Filmpreis für ihr Lebenswerk erhalten. Die 79-Jährige werde für ihr filmisches Werk und ihr

Mehr
"Nouvelle Vague" in zehn Kategorien für César-Filmpreis nominiert

Der Film "Nouvelle Vague", eine Hommage an die gleichnamige Revolution der Filmwelt in den 50er Jahren, ist in zehn Kategorien für den französischen Filmpreis "César"

Mehr
DNA-Analysen: Leistenkrokodile schwammen mindestens 3000 Kilometer durch Ozean

Leistenkrokodile sind in der Vergangenheit mindestens 3000 Kilometer über den offenen Indischen Ozean bis zur Inselgruppe der Seychellen gelangt. Das ergaben DNA-Untersuchungen

Mehr

Top Meldungen

Bundesregierung korrigiert Konjunkturprognose für 2026 nach unten

Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr nach Einschätzung der Bundesregierung weniger stark wachsen, als noch im Herbst erwartet worden war. "In der Projektion für 2026

Mehr
Bundesregierung erwartet ein Prozent Wirtschaftswachstum 2026

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung erwartet im Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Das bestätigte der stellvertretende Regierungssprecher

Mehr
Tourismusförderung: Wirtschaftsministerium will flexiblere Arbeitszeiten noch 2026

Das Bundeswirtschaftsministerium spricht sich zur Stärkung des Tourismus in Deutschland für eine rasche Umsetzung der geplanten Neuregelung der Arbeitszeitvorgaben aus. "Die

Mehr