Nach dem Tod von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in einem Berliner Hotel haben Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bundeshauptstadt ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Ziel sei es, "die konkrete Todesursache und den Hergang des Todes herauszufinden sowie ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen", erklärten die Ermittler am Mittwochabend. Ihren Angaben zufolge war Aiwanger am frühen Abend tot in einem Hotelzimmer in Berlin-Mitte entdeckt worden.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reagierte tief betroffen. "Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt. Unsere Gedanken sind nun zuerst bei seiner Familie und seinen Kindern", erklärte er. Aiwanger war bayerischer Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident. Er wurde 55 Jahre alt.
Die Ermittlungen zum Tod des Politikers übernahm eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamts gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft. Weitere Angaben machten die Behörden zunächst nicht. "Die Ermittlungen dauern an", hieß es am Abend lediglich. Die Freien Wähler hatten am Mittwoch in Berlin offiziell ihr neues Hauptstadtbüro eröffnet. Berichten zufolge fehlte Aiwanger während der Veranstaltung seiner Partei überraschenderweise.
Nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums wollte Aiwanger am Mittwoch in Berlin Termine für seine Partei wahrnehmen. Der bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt (Freie Wähler) machte sich demnach "umgehend" auf die Rückreise nach Bayern. Er erfuhr während einer offiziellen Delegationsreise der Landesregierung in Singapur vom Tod des Ministers.
Aiwanger war seit 2018 bayerischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Regierungschef, seine Partei regiert im Freistaat in einer Koalition mit der CSU. Die bayerischen Freien Wähler führte Aiwanger seit 2006, seit 2008 war er Abgeordneter im Landtag. Seit 2010 amtierte der in Ergoldsbach geborene Agraringenieur auch als Bundesvorsitzender der Freien Wähler. Die Freien Wähler waren zeitweise auch in den Landtagen von Rheinland-Pfalz und Brandenburg vertreten.
Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) äußerte "große Bestürzung und Fassungslosigkeit". Aiwangers "völlig unerwarteter Tod" sei "ein schwerer Verlust für den bayerischen Landtag, für die Politik in Bayern". Die CSU äußerte sich "tief betroffen und fassungslos".
Bundesweit reagierten Politiker mit Anteilnahme. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Aiwanger als "streitbaren Politiker, für den seine bayerische Heimat immer im Mittelpunkt stand". Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) bezeichnete diesen als "streitbaren Politiker mit Ecken und Kanten, der für seine Überzeugungen kämpfte".
Politik
Freie-Wähler-Chef Aiwanger tot in Berliner Hotel gefunden
- AFP - 4. November 2026, 23:44 Uhr
Nach dem Tod von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in einem Berliner Hotel haben Polizei und Staatsanwaltschaft in der Bundeshauptstadt ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Politiker reagierten geschockt.
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