Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) - Die Lohnungleichheit in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr verringert. Laut dem "Lohnmonitor" des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), über den der "Spiegel" berichtet, stiegen die Bruttostundenlöhne im zweiten Halbjahr 2025 um durchschnittlich 3,9 Prozent auf 25,88 Euro.
Bemerkenswert ist, dass das Lohnwachstum in der Mitte der Einkommensverteilung mit 5,2 Prozent deutlich höher ausfiel als bei den Topverdienern, deren Löhne um 3,7 Prozent zulegten. Besonders stark profitierten Beschäftigte ohne Berufsabschluss mit einem Anstieg auf 18,05 Euro pro Stunde. "Die Löhne sind heute nicht mehr so ungleich verteilt wie noch vor zehn Jahren", sagte IAB-Ökonom Enzo Weber dem "Spiegel". Das zeige sich auch im Niedriglohnbereich. Dessen Umfang sei deutlich geschrumpft. Die Datengrundlage der Erhebung ist die OPAL-Befragung des IAB.
Auffällig ist zudem die weitgehende Stagnation der Bruttostundenlöhne von Beschäftigten mit Hochschulabschluss. In den vergangenen zwei Jahren sind sie fast stagniert. Ende 2023 verdienten Akademiker im Schnitt 30,02 Euro pro Stunde, im zweiten Halbjahr 2025 waren es dann 30,92 Euro.
Weber mahnt: "Die Anreize für Ausbildung könnten sinken, wenn man in Helferjobs ohne Qualifikation schon vergleichsweise gutes Geld verdienen kann." Bereits 13 Prozent der Erwerbspersonen unter 35 hätten keine abgeschlossene Ausbildung.
Wirtschaft
Lohnungleichheit schrumpft in Deutschland
- dts - 5. Februar 2026, 11:33 Uhr
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