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Brandkatastrophe von Crans-Montana: Ermittlungen gegen Ex-Gemeindebeamten

  • AFP - 29. Januar 2026, 11:23 Uhr
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Italienisches Weltcup-Team am Unglücksort
Bild: AFP

Vier Wochen nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Staatsanwaltschaft laut einem Medienbericht Ermittlungen gegen einen früheren Gemeindebeamten aufgenommen.

Vier Wochen nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana hat die Staatsanwaltschaft laut einem Medienbericht Ermittlungen gegen einen früheren Gemeindebeamten aufgenommen. Der Mann sei für die behördlichen Sicherheitsüberprüfungen in der Bar "Le Constellation" verantwortlich gewesen, wo bei einem Feuer in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben kamen, berichtete der Rundfunksender RTS am Mittwochabend.

Laut RTS soll der Ex-Gemeindebeamte am 9. Februar vernommen werden. Welcher Verdacht gegen ihn im Raum steht, blieb zunächst offen. Vertreter der Gemeindeverwaltung hatten bei einer Pressekonferenz wenige Tage nach dem Unglück eingeräumt, dass in der Bar seit Jahren keine Brandschutzüberprüfungen mehr stattgefunden hatten. Eigentlich sind jährliche Sicherheitschecks vorgeschrieben.

Damit weiten sich die Ermittlungen laut dem Bericht aus - bisher wurde nur gegen die beiden Betreiber der Bar ermittelt. Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte davon Minderjährige. 116 weitere Menschen wurden verletzt, viele davon erlitten schwerste Verbrennungen. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Katastrophe durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden. Gegen die Barbetreiber wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt.

Die Entscheidung der Schweizer Justiz, den Barbetreiber Jacques Moretti nach zwei Wochen gegen Kaution aus der Untersuchungshaft zu entlassen, hatte zuletzt diplomatische Spannungen mit Italien ausgelöst - unter den Todesopfern waren auch sechs italienische Jugendliche. Italien rief seinen Botschafter in der Schweiz zu Beratungen zurück. Er soll erst nach Bern zurückkehren, wenn ein gemeinsames schweizerisch-italienisches Ermittlerteam zu dem Unglück eingerichtet wird.

Die Schweizer Regierung beriet in einer Kabinettssitzung am Mittwoch über die Kritik aus Rom. Die Regierung schließe sich der Forderung nach "gründlichen und professionellen Ermittlungen zu den Ursachen und Verantwortlichkeiten" für die Katastrophe an, sagte Regierungssprecherin Nicole Lamon im Anschluss. Die Staatsanwaltschaft des zuständigen Kantons Wallis wolle noch in dieser Woche über ein italienisches Gesuch zur Justizzusammenarbeit entscheiden.

Genau einen Monat nach der Brandkatastrophe findet in Crans-Montana am Sonntag ein Abfahrtsrennen des alpinen Ski-Weltcups statt. Zum Gedenken an die Opfer des Brandes sollen kurz zuvor die Kirchenglocken läuten. Auf Sponsorenwerbung beim Weltcup wird aus Pietätsgründen verzichtet. Bereits am Mittwoch hielten Mitglieder des italienischen Skiteams eine Schweigeminute am Unglücksort ab.

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