Politik

EVP-Chef Weber fordert EU-Präsidenten

  • dts - 28. Januar 2026, 14:23 Uhr
Bild vergrößern: EVP-Chef Weber fordert EU-Präsidenten
Manfred Weber (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, fordert ein neues Amt in der EU: einen Europäischen Präsidenten.

"Wir müssen aufhören, jeden Tweet aus Washington zu kommentieren, und endlich europäisch führen", sagte Weber dem "Spiegel". Der EVP-Chef schlägt vor, dass nach der nächsten Europawahl das Amt der Kommissionspräsidentin mit dem Amt des Ratspräsidenten zusammengeführt wird. Er schätze EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa, sagte Weber. "Aber noch besser wäre ein starkes europäisches Gesicht, ein Europäischer Präsident. Das wäre eine mächtige Funktion."

Weber forderte außerdem eine EU-Erweiterungsrunde: "Die Westbalkanstaaten, Moldau und die Ukraine gehören zu einem geeinten Europa", sagte Weber. Auch Grönland und Island zeigten Interesse.

Der EVP-Chef will zudem einen neuen europäischen Vertrag nach dem Vorbild des Euro und Schengen für die europäische Außen- und Sicherheitspolitik schließen. "Wir sind durch die europäischen Verträge an das Prinzip der Einstimmigkeit in der Außenpolitik gebunden", sagte Weber. Das bremse die EU aus. "Deshalb bin ich für einen neuen Vertrag, einen Souveränitätsvertrag, der es willigen Staaten ermöglicht, gemeinsam stärker in der Außen- und Sicherheitspolitik zusammenzuarbeiten", so Weber. Die "Gestalter" müssten vorangehen.

"Damit drehen wir den Spieß um. Dann können Viktor Orbán in Ungarn oder Robert Fico in der Slowakei die EU nicht mehr in Geiselhaft nehmen. Sie müssen vielmehr erklären, warum sie plötzlich allein dastehen." Dass das Vorgehen möglich sei, zeige das Beispiel des Euro oder des Schengenraums. "Bei beiden Projekten waren nicht alle EU-Staaten dabei. Jetzt brauchen wir ein solches Vorgehen bei der Außen- und Sicherheitspolitik", sagte Weber.

Er hoffe, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mitziehen werden. Für das Wochenende hat Weber zu einer EVP-Klausur in Zagreb eingeladen, wo etwa Merz oder Polens Regierungschef Donald Tusk anwesend sein werden. "Da möchte ich eine ehrliche Debatte. Wenn wir uns einig sind, dass Europa unabhängiger werden soll, müssen wir den nächsten Schritt gehen", so Weber.

Weitere Meldungen

CDU fürchtet erneuten Grönland-Kurswechsel von Trump

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Der Chef des Außen-Ausschusses des EU-Parlaments, David McAllister (CDU), hat den Grönland-Konflikt als "bisher schwerste Krise innerhalb der

Mehr
Laschet kritisiert Verzögerung von Mercosur-Abkommen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Außenpolitiker Armin Laschet (CDU) hat die Entscheidung des EU-Parlaments, das Mercosur-Abkommen durch den Europäischen Gerichtshof

Mehr
Grüne kritisieren eigene EU-Abgeordnete nach Mercosur-Abstimmung

Berlin/Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen in Deutschland haben die Entscheidung ihrer Parteikollegen im Europaparlament kritisiert, das Mercosur-Handelsabkommen noch

Mehr

Top Meldungen

Bundesregierung korrigiert Konjunkturprognose für 2026 nach unten

Die deutsche Wirtschaft wird im laufenden Jahr nach Einschätzung der Bundesregierung weniger stark wachsen, als noch im Herbst erwartet worden war. "In der Projektion für 2026

Mehr
Bundesregierung erwartet ein Prozent Wirtschaftswachstum 2026

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung erwartet im Jahr 2026 ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Das bestätigte der stellvertretende Regierungssprecher

Mehr
Tourismusförderung: Wirtschaftsministerium will flexiblere Arbeitszeiten noch 2026

Das Bundeswirtschaftsministerium spricht sich zur Stärkung des Tourismus in Deutschland für eine rasche Umsetzung der geplanten Neuregelung der Arbeitszeitvorgaben aus. "Die

Mehr