Wirtschaft

EU-Kommission genehmigt chinesische Übernahme von Mediamarkt-Saturn

  • AFP - 3. November 2026, 11:57 Uhr
Bild vergrößern: EU-Kommission genehmigt chinesische Übernahme von Mediamarkt-Saturn
Mediamarkt-Filiale
Bild: AFP

Die EU-Kommission hat die chinesische Übernahme von Mediamarkt-Saturn genehmigt. Der chinesische Konzern JD.com darf die Mehrheitsanteile an der Muttergesellschaft Ceconomy AG kaufen, Mediamarkt darf aber keine Vorteile durch chinesische Subventionen erhalten.

Die EU-Kommission hat die chinesische Übernahme am deutschen Elektrohändler Mediamarkt-Saturn genehmigt. Der chinesische Konzern JD.com dürfe die Mehrheitsanteile an der Muttergesellschaft Ceconomy AG kaufen, Mediamarkt-Saturn dürfe im Zuge der Übernahme aber keine Vorteile durch chinesische Subventionen erhalten, teilte die Kommission am Dienstag mit. JD.com habe sich verpflichtet, unfaire Wettbewerbsvorteile auszuräumen.

Brüssel hatte Bedenken angemeldet, weil JD nach Einschätzung der EU-Kommission chinesische Subventionen erhält, etwa Steuervorteile und Staatskredite. Mit dem Geld finanziert der chinesische Konzern demnach einen Teil seiner Logistik und der IT-Systeme. Davon profitiert nach der Übernahme auch Mediamarkt-Saturn, zum Nachteil seiner Konkurrenten in Europa.

Die EU-Kommission verlangt deshalb von JD, seine logistischen Dienstleistungen, Lager und Technologien anderen Marktteilnehmern zu den gleichen Bedingungen anzubieten wie der künftigen Tochter Ceconomy, also Mediamarkt und Saturn. Außerdem soll jegliche Finanzierung von JD für Ceconomy normalen "Marktbedingungen" unterliegen. Nach Einschätzung aus Brüssel sind mögliche Vorteile durch die Subventionen damit ausgeglichen.

Ceconomy und JD hatten die Übernahme im vergangenen Jahr angekündigt. Der chinesische Onlinehändler hält demnach inzwischen 59,8 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält einen Anteil von 25,4 Prozent, hat sich aber verpflichtet, künftig mit JD zu stimmen. De facto kommt der chinesische Konzern damit auf mehr als 85 Prozent.

Beide Unternehmen teilten mit, am Geschäftsmodell von Mediamarkt-Saturn solle sich vorerst nichts ändern. "Was Ceconomy heute erfolgreich macht, wird auch in Zukunft den Erfolg vorantreiben", erklärten JD und Ceconomy in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Führungsriege bei Ceconomy soll auf ihren Posten bleiben.

Mit der Genehmigung vom Dienstag könne die konkrete Umsetzung der Fusion beginnen, begrüßte Ceconomy-Chef Remko Rijnders die Entscheidung. JD-Chefin Sandy Xu betonte, Ceconomy solle sein Wachstum "auf nachhaltige Weise beschleunigen", Ziel seien außerdem "Innovationen im sich wandelnden Einzelhandel".

Ceconomy betreibt die Mediamarkt- und Saturn-Filialen in Deutschland und weiteren europäischen Staaten sowie den inzwischen zusammengelegten Onlineshop. JD ist nach Angaben des Bundeskartellamts "Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz" und konkurriert im Onlinehandel unter anderem mit dem Alibaba-Konzern.

Weitere Meldungen

Deutsche Wirtschaft hofft nach US-Wahlen auf Stabilität - Skepsis überwiegt

Die deutsche Wirtschaft hofft nach den US-Kongresswahlen auf mehr Verlässlichkeit in den Handelsbeziehungen zu Washington, bleibt aber vorerst skeptisch. "Wir setzen erst einmal

Mehr
Kabinett beschließt Halbierung des Kontingents für Arbeitskräfte vom Westbalkan

Das Bundeskabinett hat das Kontingent für Arbeitskräfte aus sechs Westbalkan-Staaten halbiert. Wie ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums am Mittwoch in Berlin sagte, wird

Mehr
Auch Bundeskartellamt sieht keine vollständige Weitergabe des Tankrabatts

Auch das Bundeskartellamt geht ersten Erkenntnissen nach nicht davon aus, dass der Tankrabatt vollständig an die Kunden weitergegeben wird. "Die durchschnittliche Weitergabequote

Mehr

Top Meldungen

BGA-Präsident rechnet mit Fortbestand der US-Zollpolitik

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach den US-Midterms rechnet der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Dirk Jandura, mit einem Fortbestehen der Zollpolitik von

Mehr
Benzin und Diesel etwas günstiger

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind zuletzt wieder etwas gesunken. Laut Angaben des ADAC kostet ein Liter Super E10 derzeit im

Mehr
Inflation im Euroraum steigt im Oktober auf 4,0 Prozent

Die Inflation in der Eurozone ist wegen der hohen Energiepreise im Oktober voraussichtlich auf einen neuen dreijährigen Höchststand gestiegen. Die Preise in den 21 Euro-Ländern

Mehr