Der Wohnungskonzern Vonovia hat sich besorgt über die Pläne der möglichen künftigen Berliner Regierung zur Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen gezeigt. "Die Pläne, Wohnungen privater Unternehmen zu vergesellschaften, bereiten uns natürlich Sorgen", sagte Konzernchef Luka Mucic am Mittwoch anlässlich der Vorstellung der Quartalsergebnisse. Die Vergesellschaftung von Eigentum wäre "aus unserer Sicht schlicht der falsche Weg und darüber hinaus natürlich auch rechtlich höchst fragwürdig".
Die Enteignung von Wohnungen "schafft keine einzige zusätzliche Wohnung", sagte Mucic weiter. "Schon allein die Debatte darüber schwächt das Vertrauen in Eigentum, Investitionen und in den Standort Deutschland." Er führte zudem an, dass die durchschnittlichen Mieten der Berliner Wohnungen des Konzerns nicht überhöht seien. Auch verfüge Vonovia über das nötige Personal und die Erfahrung, um die Bestände auf Stand zu halten und zu modernisieren.
Linke, Grüne und SPD in der Hauptstadt haben sich im Zuge ihrer Verhandlungen über eine Regierungskoalition unter anderem auf eine Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen verständigt. Für 160.000 Wohnungen sollen maximal 16 Milliarden Euro als Entschädigung gezahlt werden - im Schnitt also nur 100.000 Euro pro Wohnung.
Die "Financial Times" hatte den Immobilienbestand von Vonovia in Berlin auf rund 20,4 Milliarden Euro geschätzt. Entschädigt würde der Konzern aber nur in Höhe von zwölf Milliarden Euro. Die Transaktion würde somit einen Verlust von 8,4 Milliarden Euro bedeuten.
Orientiert an der Börse sei die Entschädigungssumme für Vonovia "sogar eine Entschädigung zum Marktwert", erklärte hingegen Maximilian Fuhrmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Koordinator zu großen Wohnungsunternehmen beim Deutschen Mieterbund NRW. "Der ganze Konzern ist an der Börse nur noch 14 Milliarden Euro wert" und habe zugleich 40 Milliarden Euro Schulden. Vonovias Gesamtbestand von 530.000 Wohnungen sei nach dieser Berechnung nur 54 Milliarden Euro wert - also gut 100.000 Euro pro Wohnung.
Wirtschaft
Vonovia besorgt wegen Vergesellschaftungsplänen in Berlin
- AFP - 4. November 2026, 11:46 Uhr
Der Wohnungskonzern Vonovia hat sich besorgt über die Pläne der möglichen künftigen Berliner Regierung zur Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen gezeigt.
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