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Brand mit 57.000 toten Schweinen: Tierhaltung in Alt Tellin ist Geschichte

  • AFP - 23. Juni 2026, 12:14 Uhr
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Ferkel in Stall
Bild: AFP

Gut fünf Jahre nach dem Tod von 57.000 Schweinen bei einem verheerenden Brand in einer Ferkelzucht in Alt Tellin in Mecklenburg-Vorpommern ist die Genehmigung für die Anlage endgültig erloschen. Das teilte die Landesregierung in Schwerin mit.

Etwas mehr als fünf Jahre nach dem Tod von rund 57.000 Schweinen bei einem verheerenden Brand in einer Ferkelzucht in Alt Tellin in Mecklenburg-Vorpommern ist die Betriebsgenehmigung für die Anlage endgültig erloschen - und das Kapitel damit nach Angaben der Landesregierung rechtlich beendet. Demnach zog die Anlagenbetreiberin einen Antrag auf Verlängerung der Genehmigung zurück, das Verfahren wurde eingestellt.

Bei dem Großfeuer im April 2021 waren nach Betreiberangaben rund 50.000 Ferkel und 7000 Sauen ums Leben gekommen. Der Brand erfasste insgesamt 18 Ställe der umstrittenen Großanlage nahe Anklam, gegen die Anwohner und Umweltschützer immer wieder demonstriert hatten. Das Unglück gilt als einer der schwersten Katastrophen in der deutschen Tierhaltung. Tierschutz- und Umweltverbände forderten anschließend verpflichtende Brandschutzvorschriften für Ställe und ein Ende der Massentierhaltung.

"Die Bilder und das Leid der Tiere haben viele Menschen tief bewegt", erklärte Mecklenburg-Vorpommers Umwelt- und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Dienstag in Schwerin im Rückblick auf die Ereignisse in Alt Tellin. "Mit dem Erlöschen der Genehmigung endet nun auch rechtlich ein Kapitel, das unser Land nachhaltig geprägt hat."

Nach Angaben der Landesregierung wurden in der zerstörten Zuchtanlage bereits seit dem Brand keine Tiere mehr gehalten, umfangreiche Abriss- und Entsorgungsarbeiten im Jahr 2022 beendet. Allerdings hielt sich die Betreiberin demnach zunächst die Möglichkeit offen, die ursprüngliche immissionsrechtliche Genehmigung für die Tierhaltung noch zu verlängern.

Dies ist inzwischen aber vom Tisch, Ende Mai zog die Betreiberin die Anträge zurück. Sämtliche Genehmigungen zur Tierhaltung seien daher erloschen, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Dies sehe die Gesetzeslage bei einer mehr als dreijährigen Betriebsunterbrechung vor, was "nach Auffassung aller Beteiligten" nunmehr der Fall sei. Bestehen bleibt an dem Standort demnach lediglich eine Biogasanlage, die nach dem Brand in Betrieb blieb und als eigenständiger Anlagenteil gilt. 

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