Gesundheit

Nach Protesten: Kenia stoppt Bau von Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger

  • AFP - 23. Juni 2026, 13:36 Uhr
Bild vergrößern: Nach Protesten: Kenia stoppt Bau von Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger
Proteste gegen das geplante Quarantänezentrum Anfang Juni
Bild: AFP

Nach wochenlangen Protesten mit mehreren Toten und einer Strafandrohung des Obersten Gerichts hat die kenianische Regierung die Arbeiten an einem Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger gestoppt.

Nach wochenlangen Protesten mit mehreren Toten und einer Strafandrohung des Obersten Gerichts hat die kenianische Regierung die Arbeiten an einem Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger gestoppt. Er habe die Einstellung "aller Vorbereitungen, Bauarbeiten und anderer, damit zusammenhängender Tätigkeiten auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia" angeordnet, erklärte der kenianische Gesundheitsminister Aden Duale am Dienstag.

Die kenianischen Behörden hatten die Errichtung des Quarantänezentrums im Mai angekündigt. Seitdem war es immer wieder zu wütenden Protesten gekommen, bei denen mindestens drei Demonstranten getötet wurden. Die Protestierenden befürchteten, dass sich das Virus von der Einrichtung aus auch in Kenia verbreiten könnte, wo bislang noch nie ein Ebola-Fall registriert worden war. 

In der Einrichtung auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nairobi sollten US-Bürger aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo unterkommen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen waren. Das Zentrum sollte über 50 Isolierbetten verfügen, von US-Mitarbeitern verwaltet werden und stand offenbar kurz vor der Fertigstellung. Im Kongo grassiert derzeit eine Ebola-Epidemie.

Allerdings hatten Menschenrechtsgruppen vor dem Obersten Gericht gegen die Einrichtung geklagt und Ende Mai Recht bekommen. Die Regierung hatte die Anordnung der Richter, die Arbeiten an der Anlage einzustellen, aber zunächst ignoriert. Am Montag drohte der Gerichtshof dem Gesundheitsminister deshalb mit einer Strafe. 

Daraufhin erschien Duale am Dienstag vor dem Gericht und bat um Entschuldigung für sein Verhalten. Bis zur Entscheidung im Hauptverfahren würden alle Arbeiten eingestellt, erklärte er vor Gericht. 

Kenias Präsident William Ruto hatte den Bau des Quarantänezentrums vorangetrieben und erklärt, das Land schulde den USA Unterstützung. "Es wäre äußerst bedauerlich, wenn wir eine Anfrage der Amerikaner, auf ihre eigenen Kosten eine Anlage zu errichten, ablehnen würden, denn dann würden wir sehr unmenschlich aussehen", hatte Ruto erklärt.

Die US-Regierung will erklärtermaßen keine Ebola-Patienten in die USA einreisen lassen. Ein an dem Virus erkrankter US-Bürger war unlängst in der Berliner Klinik Charité behandelt worden. 

Weitere Meldungen

Daten zeigen: Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen

Die Fälle von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht angestiegen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 20 und 39

Mehr
Ebola-Epidemie in Demokratischer Republik Kongo: Über 1000 Infektionen und 250 Tote

In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Infektionen offiziellen Angaben zufolge auf 1003 gestiegen. 254 Menschen kamen zudem bisher durch das

Mehr
RKI rechnet mit Ausbreitung des West-Nil-Virus

Trotz zuletzt eher weniger gemeldeter Fälle des von heimischen Stechmücken übertragenen West-Nil-Virus hat das Robert-Koch-Institut (RKI) keine Entwarnung gegeben. Es sei in

Mehr

Top Meldungen

EU-Abgeordnete sprechen sich für Einführung des digitalen Euros aus

Der Finanzausschuss im EU-Parlament hat sich für die Einführung des digitalen Euros ausgesprochen. Die Mitglieder des Ausschusses stimmten am Dienstag in Brüssel für einen

Mehr
EU genehmigt Millionen-Beihilfe für deutsche Halbleiterproduktion

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Kommission hat eine deutsche Beihilfe in Höhe von 76 Millionen Euro genehmigt, um das Münchner Start-up Quantum Diamonds

Mehr
Zahl der Insolvenzen erreicht im ersten Halbjahr höchsten Stand seit 2013

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im ersten Halbjahr auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Laut einer Studie des Verbands der Vereine Creditreform gab

Mehr