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Bericht: Täter bei Schusswaffenangriff in Montréal hing Incel-Bewegung an

  • AFP - 23. Juni 2026, 13:27 Uhr
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Polizist in der Nähe des Tatorts
Bild: AFP

Der mutmaßliche Attentäter bei einem Schusswaffenangriff in Montréal war einem Medienbericht zufolge Anhänger der frauenfeindlichen Incel-Bewegung. Er erschoss zwei Menschen und wurde anschließend von Einsatzkräften getötet.

Nach einem tödlichen Schusswaffenangriff im kanadischen Montréal gibt es einem Medienbericht zufolge Hinweise darauf, dass der Täter Anhänger der frauenfeindlichen Incel-Bewegung war. Der Schütze habe ein Incel-"Manifest" hinterlassen, berichtete am Montag der Rundfunksender Radio Canada. Die Polizei äußerte sich dagegen zunächst nicht zu möglichen Motiven. Bei dem Vorfall in einem jüdischen Viertel der kanadischen Metropole hatte der Täter zwei Menschen getötet - er wurde anschließend von der Polizei erschossen.

In der Incel-Bewegung - Abkürzung für "involuntarily celibate" - schließen sich heterosexuelle Männer zusammen, die nach eigenen Angaben unfreiwillig sexuell enthaltsam und deshalb frustriert sind - und ihren Frauenhass häufig mit Gewaltfantasien verknüpfen. Ein Anhänger dieser Bewegung hatte 2018 bei einem Angriff in Toronto elf Menschen getötet - überwiegend Frauen.

Der Schusswaffenangriff am Montagmittag (Ortszeit) im Viertel Côte-des-Neiges, wo es viele jüdische Geschäfte und Restaurants gibt, sorgte für Entsetzen in Kanada, wo derartige Gewalttaten äußerst selten sind. Dabei wurden nach Angaben der Polizei ein Einwohner und ein 34-jähriger Polizist getötet und eine Polizistin verletzt. Der Täter sei nach Schüssen aus einem Gebäude heraus von Einsatzkräften der Polizei erschossen worden.

Bilder in den Onlinenetzwerken zeigten einen Verdächtigen in militärischer Kleidung mit einem Gewehr, der auf dem Boden liegt. Der 71 Jahre alte Frank Vogas wollte gerade in einem Laden Farbe kaufen, als Schüsse fielen. "Ich sehe die Polizei hineinstürmen, von überall her hineinkommen und sie heben ihre Waffen", schilderte er der Nachrichtenagentur AFP. Die Beamten hätten den Menschen in dem Laden zugerufen, dass sie am Boden in Deckung gehen sollen.

Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte im Onlinedienst X, er sei "entsetzt" über die Gewalttat, und sprach den "mutigen Polizisten" vor Ort seine Anerkennung aus. Der Polizeichef von Montréal, Fady Dagher, sagte, der Vorfall sei "eine Tragödie, ein Alptraum". Zugleich warnte er vor Spekulationen über das Tatmotiv. "Es ist wichtig, mit Gerüchten sehr vorsichtig zu sein", mahnte er. 

Unmittelbar nach dem Angriff gab es im Internet Spekulationen, dass es sich um eine erneute antisemitische Gewalttat handelte. Seit Beginn des von der radikalislamischen Hamas ausgelösten Gaza-Kriegs am 7. Oktober 2023 haben die Übergriffe auf Juden in Kanada deutlich zugenommen. 

Die jüdische Organisation Centre for Israel and Jewish Affairs (CIJA), erklärte, bei dem zivilen Opfer des Angriffs vom Montag handele es sich um Michael Moshe Mizrahi, "ein geliebtes Mitglied der jüdischen Gemeinde von Montréal". 

Der in der Gegend des Angriffs tätige Rabbiner Getzy Markowitz erklärte, es handele sich um ein Viertel mit vielen jüdischen Einrichtungen wie etwa Bildungszentren und Essensausgaben für Bedürftige. "Die Leute fragen mich, ob das ein Angriff auf die jüdische Gemeinde ist", sagte Markowitz. Er halte es aber für "völlig unverantwortlich, zum jetzigen Zeitpunkt auch nur davon zu sprechen, denn alles, was wir wissen, ist, dass es einen Angriff auf die Polizei gab".

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