Technologie

Lang offen für Social-Media-Verbot für Jugendliche

  • dts - 11. Februar 2026, 16:49 Uhr
Bild vergrößern: Lang offen für Social-Media-Verbot für Jugendliche
Junge Frauen mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Grünen-Politikerin Ricarda Lang zeigt sich offen für ein Verbot von Social Media für Kinder unter 14 Jahren und rückt damit von ihrer bisherigen Ablehnung solcher Verbote ab.

Ihre erste Reaktion auf entsprechende Vorschläge sei ein klares Nein gewesen, weil es ihr vor allem um Medienkompetenz und eine bessere Rechtsdurchsetzung im Netz gegangen sei, sagte sie dem "Spiegel". Mittlerweile sei sie zu einem anderen Schluss gekommen: "Ich muss zugeben, dass ich mittlerweile das Gefühl habe, wir sind so schlecht aufgestellt, dass ich durchaus bei den Kindern unter 14 mich frage, reicht das noch? Kommen wir da schnell genug hinterher? Deshalb habe ich da eine gewisse Offenheit, auch was dieses Thema Verbot angeht."

Gleichzeitig findet Lang deutliche Worte zur Debatte: "Wenn wir über Verbote reden, ist es eigentlich ein Armutszeugnis, dass wir darüber reden müssen, es nicht hinbekommen haben, die sozialen Medien so zu regulieren, dass sie sinnvoll funktionieren."

Die sozialen Medien seien "darauf ausgerichtet, an vielen Stellen uns nervöser, uns gespaltener, uns manchmal auch dümmer zu machen, als wir es eigentlich sind". Sie forderte, die Europäische Union müsse stärker ansetzen und die Tech-Konzerne in die Verantwortung nehmen, ihre Algorithmen so zu verändern, dass sie tatsächliches Interesse statt "niedere Instinkte" belohnen.

Die Grünen-Politikerin forderte die Europäische Union auf, Tech-Konzerne stärker in die Verantwortung zu nehmen: "Wir haben uns in den letzten Jahren in der Debatte über Social Media sehr auf den einzelnen Konsumenten fokussiert und viel zu wenig darauf, wie die Tech-Giganten in die Verantwortung genommen werden, ihre Algorithmen zu ändern."

Lang verwies dabei auch auf eigene Erfahrungen mit Hass im Netz. Sie bekomme permanent Hasskommentare "eben von älteren Leuten, die keinerlei Medienkompetenz haben, aber eben mitmachen dürfen", sagte sie, und kritisierte, dass in der Debatte oft nur davon die Rede sei, "dass wir junge Leute schützen müssen online", obwohl problematische Inhalte häufig von Älteren erstellt würden.

Weitere Meldungen

Social Media: Prien begrüßt Debatte um strengere Regeln

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) befürwortet die Diskussion um Altersgrenzen für Soziale Medien. Der "Rheinischen Post" (Sonntag)

Mehr
Social Media: Hubig fordert zeitnah mehr Schutz für junge Menschen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat die Debatte um Altersgrenzen für die Nutzung sozialer Medien begrüßt und strengere Regeln noch

Mehr
Digitalminister warnt vor Auswirkungen von KI auf Arbeitsmarkt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat vor den Auswirkungen von sogenannter "Künstlicher Intelligenz" auf den deutschen Arbeitsmarkt

Mehr

Top Meldungen

Commerzbank: SPD lehnt Übernahmeversuch von Unicredit ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-Bundestagsfraktion stellt sich entschieden gegen den Übernahmeversuch von Unicredit bei der Commerzbank. "Die Commerzbank ist eine

Mehr
Streiks im Nahverkehr am Donnerstag in mindestens fünf Bundesländern

Die Gewerkschaft Verdi ruft für Donnerstag in mehreren Bundesländern Beschäftigte in kommunalen Nahverkehrsunternehmen zum Streik auf. Betroffen sind Bayern, das Saarland,

Mehr
Steigende Öl- und Gaskosten: Reiche lehnt Preisdeckel ab

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel als Reaktion auf steigenden Gas- und Spritpreise ab. Staatliche Eingriffe in den Gas- oder Strommarkt

Mehr