Politik

Mehr Kindergeldzahlungen für Kinder im Ausland: Regierung weist BSW-Kritik zurück

  • AFP - 6. November 2026, 14:11 Uhr
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Kindergeldzahlungen ins Ausland gestiegen
Bild: AFP

Kindergeldzahlungen für im Ausland lebende Kinder haben im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Laut EU-Recht haben Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten Anspruch auf Kindergeld, solange sie in Deutschland einer Erwerbstätigkeit nachgehen.

Kindergeldzahlungen für im Ausland lebende Kinder haben im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Ende 2025 habe es solche Zahlungen für 291.292 Kinder gegeben, berichtete die "Bild"-Zeitung am Freitag unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), die von der Partei BSW erfragt wurden. 2011 habe es 103.559 derartige Fälle gegeben, 2015 dann 158.169. Die Bundesregierung wies Kritik zurück, die Zahlungen seien illegitim. 

Von deutschen Zahlungen waren laut dem "Bild"-Bericht im vergangenen Jahr 112.384 Kinder polnischer Kindergeldberechtigter betroffen. An zweiter Stelle standen demnach 36.727 Kinder deutscher Staatsbürger. Es folgten tschechische Berechtigte (33.872 Kinder) und rumänische Berechtigte (32.459 Kinder).

Laut EU-Recht haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten Anspruch auf Kindergeld, solange sie in Deutschland einer Erwerbstätigkeit nachgehen und damit in der Regel auch Steuern zahlen. Sind im Grundsatz mehrere Staaten für Familienleistungen zuständig, greifen bestimmte Vorrangsregeln. Dies kann auch dazu führen, dass Zahlungen aufgeteilt werden.

Die Zahlungen müssen dabei nicht unbedingt auf ein ausländisches Konto erfolgen. Kindergeld für im Ausland lebende Kinder kann auch auf deutsche Konten überwiesen werden, umgekehrt können Familien mit Kindern in Deutschland ein ausländisches Konto nutzen.

Die BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht kritisierte die Entwicklung der steigenden Zahlungen. Der deutsche Staat lasse sich "ausnehmen wie eine Weihnachtsgans", sagte Wagenknecht der "Bild"-Zeitung. "Kindergeld für Kinder, die gar nicht in Deutschland leben, darf es nicht länger geben".

Die Bundesregierung wies die Kritik zurück. Dass Arbeitnehmer mit nicht deutscher Staatsbürgerschaft, aber einer EU-Staatsbürgerschaft Kindergeld in Deutschland beziehen für Kinder, die auch nicht in der Bundesrepublik leben, sei von EU-Recht "und auch vom deutschen Recht abgedeckt", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Berlin. Er verwies auf Kontrollen im Arbeitsmarkt und bei den Steuerbehörden, um möglichen Betrug zu vermeiden. 

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