Brennpunkte

Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an

  • AFP - 23. Oktober 2026, 19:13 Uhr
Bild vergrößern: Frankreich: Schüler kündigen nach Treffen mit Macron weitere Proteste an
Schülervertreter Combary nach dem Treffen mit Macron
Bild: AFP

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt.

Vertreter der seit Wochen demonstrierenden französischen Schülerinnen und Schüler haben nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weitere Proteste angekündigt. Nach dem Treffen am Freitag rief der Schülervertreter Nathanaël Combary die Demonstranten auf, "weiter zu mobilisieren". Demnach bot Macron den Schülervertretern eine "Reform der Schuldemokratie" sowie eine "vollständige Überarbeitung" der Plattform Parcoursup an, die Schüler für ihre Bewerbung für Studiengänge nutzen müssen.

Combary  sagte nach dem Treffen, er begrüße, dass Macron den Vertretern von Schülerorganisationen zugehört habe. "Aber wir sind nicht zufrieden, wir warten auf unser Treffen mit dem Premierminister", fügte er hinzu. Frankreichs Regierungschef Sébastien Lecornu hat angekündigt, die Vertreter von Schülerorganisationen am Montag zu empfangen. Für das Wochenende sind derweil neue Proteste geplant.

Macron hatte die Vertreter von Schülerorganisationen in den Elysée-Palast eingeladen. Er erklärte, er wolle "ihre Forderungen und Sorgen anhören". Die rund 20 Schülervertreter verbrachten fast drei Stunden im Präsidentenpalast.

Nach dem Treffen erklärte der Schülervertreter Louis Letoublon: "Wir bleiben sehr misstrauisch, denn Emmanuel Macron hat eine Politik der Zerstörung des öffentlichen Bildungswesens betrieben."

Nach dem Treffen mit den Vertretern von Schülerorganisationen wollte Macron nach Angaben des Elysée-Palastes eine Kaserne im 19. Pariser Arrondissement besuchen, um den "Sicherheitskräften seinen Dank auszusprechen" und die bei Einsätzen am Wochenende verletzten Beamten zu treffen.

Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt. Die Regierung von Premierminister Lecornu räumte ein, bei den Protesten der vergangenen Tage die Kontrolle verloren zu haben.

Am Samstag sollen neue landesweite Proteste stattfinden. Nach Angaben des Innenministeriums werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden. 

Weitere Meldungen

Ein Toter bei rassistischem Anschlag nahe Paris - Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt

Bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff auf offener Straße in einer Vorstadt von Paris hat ein Mann einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt. Die

Mehr
Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer

Mehr
Netanjahu droht nach Angriff in Hebron mit Großoffensive im Westjordanland

Nach dem Tod zweier israelischer Soldaten bei einem palästinensischen Angriff im besetzten Westjordanland hat Regierungschef Benjamin Netanjahu eine großangelegte

Mehr

Top Meldungen

Piloten werfen Ryanair gezielte Gewerkschaftsbekämpfung vor

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Pilotengewerkschaft Cockpit wirft der Billigfluggesellschaft Ryanair eine gezielte Gewerkschaftsbekämpfung vor. Wenn am Samstag die

Mehr
Länderchefs fordern Korrekturen am Windenergie-auf-See-Gesetz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Acht Ministerpräsidenten haben Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in einem gemeinsamen Brief zu deutlichen Korrekturen am

Mehr
Raffineriestrategie: Scheer fürchtet längere fossile Abhängigkeit

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, hat davor gewarnt, mit der geplanten Raffineriestrategie die

Mehr