Wirtschaft

Commerzbank-Übernahme: Klingbeil will Interessen Deutschlands klarstellen

  • AFP - 14. September 2026, 13:12 Uhr
Bild vergrößern: Commerzbank-Übernahme: Klingbeil will Interessen Deutschlands klarstellen
Commerzbank-Filiale
Bild: AFP

Im Streit um die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit empfängt Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Montag den Chef der italienischen Großbank, Andrea Orcel.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will in seinem Gespräch mit Unicredit-Chef Andrea Orcel zur Übernahme der Commerzbank die Interessen Deutschlands klarstellen. Drei Themen stünden bei dem Gespräch am Montagnachmittag im Mittelpunkt, sagte ein Sprecher des Ministers in Berlin: die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland durch die Commerzbank, der Finanzstandort Frankfurt am Main und die Interessen der Beschäftigten.

Die italienische Unicredit hatte sich in den vergangenen Monaten fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert. Beide Banken wollen nun über die von der Unicredit angestrebte Übernahme verhandeln. Die Frankfurter Bank hatte sich lange dagegen gewehrt, ebenso der Bund, der seit der Rettung der Commerzbank im Jahr 2008 Großaktionär des Geldinstituts ist. Derzeit hält er noch 12,1 Prozent Anteil an der Bank.

Der Sprecher Klingbeils sagte am Montag, die Commerzbank habe eine "sehr wichtige Funktion" für die Mittelstandsfinanzierung in Deutschland. "Das primäre zentrale Geschäftsmodell der Commerzbank soll natürlich auch erhalten werden."

Für den Finanzstandort Frankfurt am Main sei die Commerzbank "zentral": Der Bundesregierung sei daher wichtig, den Standort für die Bank zu erhalten. Der dritte und "vielleicht wichtigste" Punkt seien die Interessen der Beschäftigten, fügte der Ministeriumssprecher hinzu. "Die Commerzbank hat über 40.000 Beschäftigte und deren Interessen wollen wir natürlich wahren, soweit die Bundesregierung da ihren Einfluss auch gelten machen kann."

Klingbeil habe sich vor seinem Gespräch mit Orcel  "intensiv beraten", sagte der Sprecher - "sowohl in der Bundesregierung als auch mit der Commerzbank, dem Land Hessen, dem Betriebsrat". Dass die Bundesregierung ein feindliches Vorgehen ablehne, gelte weiterhin. Aber darum gehe es jetzt nicht mehr. "Es geht darum, den besten Weg für beide Banken zu finden. Und in dieser Phase der Verhandlungen zwischen den Banken bringt die Bundesregierung ihre Interessen ein."

Weitere Meldungen

Immer weniger Menschen in Deutschland wohnen im Eigentum

In Deutschland sinkt einer Studie zufolge der Anteil der privaten Haushalte, die im Wohneigentum leben. Im vergangenen Jahr ging dieser Anteil auf 43,5 Prozent zurück, wie das

Mehr
Hersteller von Abnehmmitteln: Novo Nordisk heißt künftig nur noch Novo

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk, Hersteller der Abnehmmedikamente Ozempic und Wegovy, ändert seinen Namen: Das Unternehmen heißt künftig nur noch Novo und stellte am

Mehr
Benzinpreis steigt auf weiteres Allzeithoch - Keine Entspannung am Ölmarkt in Sicht

Der Benzinpreis an den deutschen Tankstellen hat am Wochenende ein weiteres Allzeithoch erreicht. Der Liter Super E10 kostete am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273

Mehr

Top Meldungen

Union schließt neue Maßnahmen gegen hohe Spritpreise nicht aus

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der weiter steigenden Spritpreise schließt Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) neue Maßnahmen zur Entlastung nicht aus. "Wir

Mehr
Bundesregierung sieht Rohölversorgung weiter gewährleistet

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung erwartet trotz der weiteren Eskalation im Nahen Osten keine weiteren Auswirkungen auf die Rohöl-Versorgungssicherheit. Nach

Mehr
IG Metall ruft zum "Auto-Aktionstag" auf - Mindestens 100.000 Beschäftigte erwartet

Die IG Metall ruft angesichts der Stellenstreichungen in der Automobilindustrie zu einem Aktionstag am 21. September auf. Unter dem Motto "Zukunft statt Kahlschlag - Zusammenhalt

Mehr