Politik

Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer "deutlich" zu warm

  • AFP - 7. September 2026, 10:45 Uhr
Bild vergrößern: Bundesamt: Nord- und Ostsee in diesem Sommer deutlich zu warm
Sonnteruntergang an Nordseeküste in Niedersachsen
Bild: AFP

Die Sommermonate waren in der Nord- und Ostsee deutlich zu warm. Das teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag in Hamburg mit. Es warnte vor den Folgen für die Umwelt.

Nord- und Ostsee haben sich in diesem Sommer ungewöhnlich stark aufgeheizt. Wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag in Hamburg mitteilte, lagen die Wassertemperaturen der zwei Meere in den Monaten Juni bis August "deutlich" über dem langjährigen Mittelwerten. Insgesamt sei es der fünftwärmste Sommer für die Nordsee und der siebtwärmste für die Ostsee jeweils seit dem Jahr 1997 gewesen.

Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee betrug 15,6 Grad, in der Ostsee waren es 17,2 Grad. Die Werte lagen damit jeweils knapp einen Grad über den Mittelwerten der Vergleichsperiode von 1997 bis 2021. Besonders die südliche Nordsee und der Ärmelkanal stachen demnach hervor: Dort lag die Temperatur zwei Grad oder mehr über dem langjährigen Mittel. Einzelne Gebiete stellten neue Höchstwerte auf.

Die Region um Helgoland erlebte laut BSH insgesamt 66 Tage mit einer marinen Hitzewelle. Im Juli lag die Oberflächentemperatur dort sogar fast vier Grad Celsius über dem Mittelwert, der für die Zeit seit Inbetriebnahme der Messstation 2009 errechnet wurde. Bei derartigen Hitzewellen gerieten Flora und Fauna unter Druck, erklärte das BSH.

In der Ostsee zeigten sich die größten Abweichungen vom Mittelwert laut Bundesamt vor der schwedischen, deutschen und polnischen Küste sowie im äußersten Norden. Dort lagen die Temperaturen etwa 1,5 Grad Celsius über dem Mittel. Nord und Ostsee seien in diesem Sommer "deutlich zu warm" gewesen, fasste die Behörde das Ergebnis der Messungen zusammen.

Das BSH warnte vor den Folgen der hohen Temperaturen. Dadurch änderten sich Lebensräume drastisch, einige Tierarten würden in kühlere Gewässer weiterziehen, während sich nicht-einheimische Arten ausbreiteten. Zudem nähmen schädliche Algenblüten und Sauerstoffmangel zu, erklärte das BSH.

Darüber hinaus dehne sich warmes Wasser weiter aus, was zu einem höheren Meeresspiegel beitrage. Damit komme es auch zu höheren Wasserständen bei Sturmfluten. Warmes Meerwasser könne außerdem weniger Kohlenstoffdioxid speichern, was den Klimawandel weiter verstärke.

Weitere Meldungen

UN-Menschenrechtskommissar: KI könnte zur "existenziellen Gefahr für Menschheit" werden

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat eine Regulierung der Künstlichen Intelligenz (KI) dringend angemahnt. Die KI "könnte zu einer existenziellen Gefahr für die

Mehr
Nach Bruch mit Bundespartei: Frühere Thüringer BSW-Abgeordnete gründen neue Fraktion

Die im Streit mit der BSW-Bundesführung aus der Partei ausgetretenen Thüringer BSW-Landtagsabgeordneten wollen am Mittwoch eine neue Fraktion gründen. Das sagte ein Sprecher

Mehr
Siegmund: Gespräche über Zusammenarbeit mit AfD haben begonnen

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat nach den Worten ihres Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bereits Gespräche mit anderen Parteien über eine mögliche Regierungs-Zusammenarbeit

Mehr

Top Meldungen

Deutsche Produktion im Juli gesunken

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die reale Produktion in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2026 gegenüber Juni 2026

Mehr
Homeoffice bei jedem dritten Dienstleister etabliert

München (dts Nachrichtenagentur) - Mehr als ein Drittel (35,1 Prozent) aller Beschäftigten im Dienstleistungssektor hat im August zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet.

Mehr
JU-Chef Winkel fordert zügige Rentenreform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Junge Union (JU) sieht die schwarz-rote Regierungskoalition nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in der Pflicht, die gesetzliche Rente

Mehr