Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach einer Serie von Rückschlägen bei der Einführung des Digitalfunks meldet die Bundeswehrführung Fortschritte bei diesem Rüstungsvorhaben. Die Mängel seien abgestellt, sagte Generalleutnant Michael Vetter dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Als Abteilungsleiter Innovation und Cyber sowie Chief Information Officer im Verteidigungsministerium ist er für die Digitalisierungsvorhaben zuständig. Bei Tests im vergangenen Jahr waren schwerwiegende Probleme aufgetreten. Nachrichten kamen nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung an, Positionen konnten nicht übermittelt werden, Funkkreise brachen zusammen. "Die Mängel, die gab es", erklärte Vetter. Seither sei intensiv am System gearbeitet worden. Inzwischen hätte das Gesamtsystem "gute Leistungen" gezeigt. "Wir hatten durchgängig eine gute Sprachqualität, wir hatten durchgängig Datenaustausch." Im September soll die Technik abermals einer Einsatzprüfung unterzogen werden.
Die Digitalisierung der Truppe gehört zu den teuersten und komplexesten Vorhaben. Allein für den Digitalfunk werden mehr als elf Milliarden Euro ausgegeben. "Wir reden über rund 16.000 Plattformen, die neue Funktechnik brauchen, Panzer, Lkw, Gefechtsstände. Und da sind dann eben auch Fahrzeuge dabei, die schon 40 Jahre plus im Dienst sind."
Vetter räumte ein, dass die Bundeswehr spät dran sei. "Andere Nationen haben vor ungefähr 20 Jahren begonnen, ihre Streitkräfte mit digitalen Kommunikationsmitteln auszurüsten. Umso größer ist der Sprung, zu dem wir jetzt ansetzen müssen." Industrie und "ein Stück weit" auch die Bundeswehr hätten das Digitalisierungsprogramm in seiner Dimension "unterschätzt".
Brennpunkte
Bundeswehr: Digitalfunk-Mängel behoben
- dts - 3. Juli 2026, 14:51 Uhr
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