Wirtschaft

IFG-Änderung: Jetzt beschweren sich sogar Flugzeugpiloten

  • dts - 3. Juli 2026, 15:57 Uhr
Bild vergrößern: IFG-Änderung: Jetzt beschweren sich sogar Flugzeugpiloten
Pressekonferenz nach Koalitionsausschuss am 02.07.2026, via dts Nachrichtenagentur

.

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die am Donnerstag nach dem Koalitionsausschuss bekannt gewordene Änderung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) ruft nun sogar Kritik aus unerwarteter Richtung hervor: Die Pläne der Bundesregierung seien "ein schwerer Angriff auf staatliche Transparenz und demokratische Kontrolle", heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme der Pilotenvereinigung Cockpit.

Wer den Zugang zu amtlichen Informationen künftig von einem "berechtigten Interesse" abhängig machen, auf natürliche Personen beschränken und zugleich die finanziellen Hürden erhöhen wolle, stelle den wesentlichen Grundgedanken des Informationsfreiheitsgesetzes infrage.

Seit 2006 gilt bei Bundesbehörden ein voraussetzungsloser Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen. Bürger, aber auch Verbände und andere Organisationen müssen bislang gerade nicht gegenüber einer Behörde rechtfertigen, warum sie staatliches Handeln nachvollziehen wollen. "Genau das ist der Kern von Informationsfreiheit: Nicht der Antragsteller muss erklären, warum er Informationen benötigt - der Staat muss begründen, warum Informationen nicht offengelegt werden dürfen", sagte Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit. "Dieses Prinzip droht nun ins Gegenteil verkehrt zu werden."

Sollten Auskunftsrechte künftig auf "natürliche Personen" mit einem "berechtigten Interesse" beschränkt werden, wäre das Informationsfreiheitsgesetz in seiner heutigen Funktion faktisch entkernt. Verbände als juristische Personen könnten möglicherweise nicht mehr selbst antragsberechtigt sein. "Ein Berufs- oder Branchenverband, der Unterlagen zu Gesetzgebungsverfahren oder staatlichen Entscheidungsgrundlagen einsehen möchte, müsste dann womöglich eine einzelne Person vorschicken, die ihr persönliches `berechtigtes Interesse` gegenüber der Behörde darlegt", so Pinheiro. "Das ist absurd. Wenn Behörden künftig selbst darüber entscheiden können, ob ein Interesse an ihren Entscheidungsgrundlagen `berechtigt` genug ist, wird aus einem Informationsrecht ein behördlich gewährtes Informationsprivileg."

Weitere Meldungen

Beschäftigte protestieren gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz

Gegen den Sparkurs bei Mercedes-Benz haben am Freitag tausende Beschäftigte protestiert. An den Kundgebungen an mehreren Standorten des Autobauers nahmen nach Angaben der IG

Mehr
Bericht: Aleph-Alpha-Fusion mit Cohere verzögert sich

Heidelberg (dts Nachrichtenagentur) - Der Zusammenschluss des einstigen deutschen Vorzeige-Start-ups Aleph Alpha mit der kanadischen KI-Firma Cohere dauert offenbar länger als

Mehr
Straßenverkehr macht Fünftel des deutschen Energieverbrauchs aus

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der Straßenverkehr hat im Jahr 2024 nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gut ein Fünftel (22,2 Prozent) des deutschen

Mehr

Top Meldungen

Wagenknecht attackiert Steuerreform-Pläne der Koalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - BSW-Politikerin Sahra Wagenknecht hat die Steuerreform-Pläne der schwarz-roten Koalitionsspitzen scharf attackiert und als "Volksveralberung"

Mehr
Finanzministerkonferenz-Chef zweifelt an Steuerreform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der Finanzministerkonferenz, Bremens Finanzsenator Björn Fecker (Grüne), hat Zweifel geäußert, ob die geplante

Mehr
Kanada startet neues Projekt für Öl-Pipeline Richtung Westküste

Kanada hat ein neues Pipeline-Projekt für den Transport von Öl aus Alberta an die Westküste des Landes gestartet. Das Vorhaben sei nun offiziell bei den Bundesbehörden

Mehr