Politik

Britischer Premierminister Starmer tritt zurück

  • AFP - 22. Juni 2026, 11:36 Uhr
Bild vergrößern: Britischer Premierminister Starmer tritt zurück
Starmer vor der Downing Street
Bild: AFP

Angesichts des massiven Drucks aus seiner eigenen Partei hat der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt angekündigt. Starmer gab bekannt, dass er bis zur Wahl seines Nachfolgers vorerst Regierungschef bleiben werde. Bis September soll sein Nachfolger feststehen.

Angesichts des massiven Drucks aus seiner eigenen Partei hat der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt angekündigt. "Ich werde als Vorsitzender der Labour-Partei zurücktreten", sagte Starmer am Montag vor seinem Amtssitz in der Downing Street in London. Starmer gab bekannt, dass er bis zur Wahl seines Nachfolgers vorerst Regierungschef bleiben werde. Sein Nachfolger soll den Labour-Vorsitz und das damit verknüpfte Amt des Premierministers laut Starmer antreten, bevor das Parlament Anfang September aus der Sommerpause zurückkehrt.

Das Verfahren zur Wahl eines neuen Vorsitzenden der Labour-Partei werde im Juli beginnen, erklärte Starmer. "Ich werde mein Amt als Premierminister behalten, bis der Wettbewerb abgeschlossen ist, und alles tun, um eine geordnete Machtübergabe zu gewährleisten", fügte Starmer hinzu.

"Jede Entscheidung, die ich getroffen habe, diente allein dem Ziel, das Land, das ich liebe, an erste Stelle zu setzen", sagte ein sichtlich bewegter Starmer. Der 63-Jährige stand insbesondere seit der Niederlage seiner sozialdemokratischen Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai massiv auch in den eigenen Reihen unter Druck. Mehrere prominente Parteifreunde, darunter auch Kabinettsmitglieder, hatten ihn britischen Medienberichten zufolge zuletzt zum Rücktritt gedrängt.

Auslöser für seinen Rücktritt war nun der klare Sieg seines parteiinternen Konkurrenten Andy Burnham bei einer Nachwahl in Nordengland am Donnerstag. Burnham, der als Bürgermeister von Manchester sehr beliebt ist, will erklärtermaßen als Labour-Chef und Premierminister kandidieren. Starmer sagte in seiner Rücktrittserklärung, er werde seinem Nachfolger seine "volle und uneingeschränkte Unterstützung zusichern".

Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte in den vergangenen Monaten neben den Wahlniederlagen im Mai auch mit mehreren Affären zu kämpfen. Während seine Umfragewerte abgestürzt sind, gilt Burnham als einer der beliebtesten Politiker des Landes.

Kurz nach Starmers Rücktrittserklärung forderte der Chef der rechtspopulistischen Partei Reform UK, Nigel Farage, Neuwahlen. "Wir sind bereit, radikale Veränderungen herbeizuführen", erklärte Farage. Reform UK liegt seit Monaten in den Umfragen in Großbritannien vorne und konnte der Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai eine herbe Niederlage zufügen. Burnham hingegen gewann bei der Nachwahl im nordenglischen Wahlkreis Makerfield überraschend deutlich gegen die Rechtspopulisten und ist nun der neue Hoffnungsträger vieler Labour-Anhänger.

Weitere Meldungen

Kommunen warnen vor weiteren Rekorddefiziten: rund 30 Milliarden Euro pro Jahr

Die Kommunen haben vor weiteren Milliardendefiziten in den nächsten Jahren gewarnt - und den Bund zur Unterstützung aufgefordert. "Seit wenigen Tagen kennen wir die aktuelle

Mehr
Pantisano: Äußerung zu CDU "verkürzt und in dieser Form falsch"

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano hat sich für seine umstrittene Äußerung zur CDU entschuldigt. "Meine Aussage, es gebe derzeit keinen Unterschied zwischen der Politik der

Mehr
Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat Nebeneinkünfte

Mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten verdient noch zusätzlich Geld durch Nebeneinkünfte oder erhält geldwerte Vorteile. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte

Mehr

Top Meldungen

Mehr als jeder dritte Abgeordnete meldet Nebeneinkünfte

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Mehr als jeder dritte Bundestagsabgeordnete hat seit Beginn der Legislaturperiode bezahlte Nebentätigkeiten oder geldwerte Vorteile angegeben.

Mehr
Studie: Staat agiert in Energiekrisen klimaschädlich

München (dts Nachrichtenagentur) - Staatliche Entlastungsmaßnahmen in Energiekrisen stärken vor allem fossile Energieträger und wirken somit klimaschädlich. Das zeigt eine

Mehr
Mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Rund 5,5 Millionen Menschen in Deutschland sind zum Stichtag 30. Juni 2025 im öffentlichen Dienst beschäftigt gewesen. Wie das Statistische

Mehr