Die SPD lehnt im koalitionsinternen Bafög-Streit eine Reform ohne Erhöhung der Förderleistung ab. Es wäre "seit 2009 die erste Wahlperiode, in der es keine Leistungsanpassung beim Bafög geben würde – das könnten wir nicht akzeptieren", sagte der SPD-Forschungspolitiker Oliver Kaczmarek am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Studierende und Auszubildende sind unsere wirtschaftliche Zukunft, und es ist ein Gebot der Generationengerechtigkeit, in ihre Ausbildung zu investieren." Unterstützung für diese Position kommt nun auch aus der Union.
Im aktuellen Referentenentwurf zur Reform gebe es "kaum Maßnahmen, die nicht auch mit Leistungssteigerungen verbunden sind", sagte Kaczmarek. "Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass wir zu einer Bafög-Novelle kommen, in der keine leistungserhöhenden Elemente enthalten sind."
Der SPD-Politiker betonte, dass es seit November eine Einigung mit der Union über die Bafög-Novelle gebe. Auch hätten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) die Finanzierung der Reform "geklärt". Festgehalten sei dies in den Eckwerten zum Bundeshaushalt 2027.
Die schwarz-rote Koalition will das Bafög reformieren und dabei auch die Sätze erhöhen. So soll unter anderem die Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/2027 einmalig von 380 auf 440 Euro pro Monat steigen, was auch im Koalitionsvertrag festgehalten ist. Unionspolitiker stellten die Erhöhung aber zuletzt in Frage.
Regierungssprecher Stefan Kornelius wies zudem am Montag darauf hin, dass alle Vereinbarungen im Koalitionsvertrag "unter Finanzierungsvorbehalt" stünden. Scharfe Kritik daran kommt von der SPD. "Die Finanzierung steht", sagte am Montag SPD-Fraktionsvize Wiebke Esdar.
Zuspruch für eine Erhöhung der Leistung kommt nun auch aus dem CDU-Präsidium. "Die Bafög-Erhöhung muss kommen. Dafür setze ich mich ein", sagte die Bremer Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Präsidium der Bundes-CDU, Wiebke Winter, dem "Fokus".
In der Debatte gehe es um den Wohngeldzuschuss, der von 380 auf 440 Euro angehoben werden sollte. "Wir alle wissen, dass die Wohnkosten massiv angestiegen sind" - und zwar nicht nur in München oder Hamburg, sondern auch in Städten wie Bremen. Wiebke betonte: "Für 380 Euro findet man kaum noch ein vernünftiges Zimmer".
Auch das Deutsche Studierendenwerk mahnt dringend, die Reform umzusetzen. "Die jetzt anstehende Erhöhung der Bafög-Wohnkostenpauschale wäre gar nicht so teuer", sagte Studierendenwerk-Vorstandschef Matthias Anbuhl der Mediengruppe Bayern. "Allein im laufenden Haushalt kostet der Tankrabatt fast das 25-fache davon."
Der Tankrabatt gilt noch bis Ende Juni. Dann läuft nach jetzigem Stand die Absenkung der Steuersätze auf Benzin und Diesel um jeweils rund 17 Cent pro Liter aus. Die Maßnahme kostet den Staat schätzungsweise 1,6 Milliarden Euro.
Politik
SPD will Bafög-Reform ohne Leistungserhöhung "nicht akzeptieren"
- AFP - 3. Juni 2026, 15:56 Uhr
Die SPD lehnt im koalitionsinternen Bafög-Streit eine Reform ohne Erhöhung der Förderleistung ab. 'Das könnten wir nicht akzeptieren', sagte der SPD-Forschungspolitiker Oliver Kaczmarek.
Weitere Meldungen
Die Straße von Hormus soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump bereits am Freitag "vollständig" geöffnet sein. "Der Iran-Deal, den wir geschlossen haben, wird der Welt
MehrDie israelische Regierung will auch nach einem Ende des Iran-Kriegs Streitkräfte in Teilen des benachbarten Libanon belassen. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am
MehrUS-Präsident Donald Trump will den 250. Gründungstag der USA am 4. Juli zur politischen Selbstdarstellung nutzen. Er werde am Unabhängigkeitstag in Washington "die
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Rentenkommission der Bundesregierung soll ihre Empfehlungen für die Reform der Alterssicherung schon am Dienstag kommender Woche (23. Juni)
MehrHamburg (dts Nachrichtenagentur) - Die deutsche Handelsschifffahrt rechnet damit, dass die Rückkehr deutscher Schiffe aus dem Persischen Golf mehrere Monate in Anspruch nehmen
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Die milliardenschwere neue E-Auto-Prämie der Bundesregierung fließt bisher offenbar fast ausschließlich an ausländische Autohersteller,
Mehr














