Osnabrück (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Achim Truger rechnet mit Steuererhöhungen. Erste Anzeichen dafür habe es bereits gegeben, sagte Truger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).
"Im Grunde sollte jeder wissen, dass Steuererhöhungen nur eine Frage der Zeit sind. Daran wird mittelfristig kein Weg vorbeiführen", so Truger.
Die Regierung habe mit der Debatte um die Mehrwertsteuererhöhung schon einen Versuchsballon gestartet. Der sei gar nicht gut angekommen und wäre vor allem für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ungerecht gewesen, sagte der Ökonom.
Insbesondere die Ausgaben für Zinsen, Verteidigung und Infrastruktur seien gestiegen. Gleichzeitig verzichte die Bundesregierung auf weitere Schulden. Ohne "ein Wirtschaftswunder" werde die Haushaltslücke so groß, dass sie nur noch über höhere Steuern gestopft werden könne.
Truger warnte vor einem Zerbrechen der Regierung. Angesichts der hitzigen politischen Debatten um die aktuellen Sozialreformen mache er sich große Sorgen, dass sich der Ton so verschärfe, dass die Polarisierung zu groß werde und die Regierung zerbreche. Ein solches Szenario wäre in der derzeitigen politischen Lage fatal, da ein starrer Fokus auf die Vorhaben die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreiben und schwere Folgen für die Demokratie nach sich ziehen könnte.
Der Ökonom machte die Bundesregierung auch für die Haushaltslücke mitverantwortlich. "Es war nicht klug, die Gastro-Mehrwertsteuer zu senken oder die Mütterrente und die Pendlerpauschale zu erhöhen", kritisierte Truger. Zwar lasse die Schuldenbremse in der Krise zu wenig Spielraum, allerdings müsse sich die Regierung einen beträchtlichen Teil der Lücke selbst zuschreiben, da sie mit diesen Maßnahmen kräftig Geld ausgegeben habe, das sie an anderer Stelle dringender gebraucht hätte.
Finanzen
Wirtschaftsweiser rechnet mit Steuererhöhungen
- dts - 22. Mai 2026
.
Weitere Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die frühere Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier hält wenig von den Krisengeschenken der Bundesregierung. "Mich stört das Gießkannenprinzip der
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bund der Steuerzahler fordert eine Neuausrichtung des Elterngelds. Mit Blick auf den größten Posten im Haushalt von
MehrWiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) spricht sich für härtere Sanktionen im Sozialstaat aus und nimmt dabei auch Flüchtlinge in die
MehrTop Meldungen
Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Das Land Sachsen-Anhalt hat Intel die Flächen bei Magdeburg abgekauft, die ursprünglich für die Ansiedlung des Halbleiterunternehmens
MehrSchwerin (dts Nachrichtenagentur) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert eine Verlängerung des zum 1. Juli auslaufenden Tankrabatts. "Der
MehrDüsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die Zeit der milliardenteuren Neubauten bei Infineon endet. Der Chipkonzern werde auf absehbare Zeit keine weiteren Fabriken errichten,
Mehr














