Wirtschaft

Neuer US-Notenbankchef Warsh im Amt: Trump erwartet Kurswechsel

  • AFP - 22. Mai 2026, 18:58 Uhr
Bild vergrößern: Neuer US-Notenbankchef Warsh im Amt: Trump erwartet Kurswechsel
Warsh (l.) beim Amtseid, neben ihm seine Frau Jane Lauder und der oberste Richter Clarence Thomas
Bild: AFP

Der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, hat das Amt offiziell angetreten. Der 56-Jährige legte im Beisein von US-Präsident Trump den Amtseid ab.

Der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, hat das Amt offiziell angetreten. Der 56-Jährige legte am Freitag im Beisein von US-Präsident Donald Trump den Amtseid ab. Trump machte dabei deutlich, dass er den von Warsh angekündigten Kurswechsel für niedrigere Leitzinsen erwarte. An der Zeremonie im Weißen Haus nahmen zahlreiche Politiker und Wirtschaftsvertreter teil, unter anderem die frühere Außenministerin Condoleezza Rice.

Warsh war Trumps Wunschkandidat für die Spitze der Federal Reserve (Fed) und in der vergangenen Woche mehrheitlich vom US-Senat für das Amt bestätigt worden. Er folgt Jerome Powell nach, der die Notenbank acht Jahre lang leitete. 

Die eigentlich unabhängige Fed sieht sich unter Trump beispiellosem Druck ausgesetzt, den Leitzins zu senken und so Kredite billiger zu machen. Die oppositionellen Demokraten werfen dem neuen Fed-Vorstand deshalb vor, Trumps "Marionette" zu sein. Den bisherigen Notenbank-Chef Powell hatte Trump immer wieder beschimpft, weil er den Leitzins nach Ansicht des Präsidenten nicht schnell genug senkte.

Nun betonte Trump dagegen in seiner Rede, er wolle künftig die Unabhängigkeit der Fed achten: "Ich möchte, dass Kevin völlig unabhängig ist", sagte der Präsident über seinen früheren Wirtschaftsberater. Der neue Fed-Chef solle "einfach eine großartige Arbeit" leisten. 

Zugleich machte Trump aber erneut deutlich, dass er Weichenstellungen für einen niedrigeren Leitzins erwarte. "Wie keiner seiner Vorgänger versteht Kevin, dass es eine gute Sache ist, wenn die Wirtschaft boomt", sagte Trump. Ein starkes Wachstum erleichtere zudem die Rückzahlung der US-Schulden. Die Staatsverschuldung hat unter Trump einen Rekordstand erreicht.

Warsh nannte es eine "Ehre", dass Trump ihn für den Posten an der Fed-Spitze nominiert hatte. "Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, werde ich eine reformorientierte Federal Reserve führen, die aus vergangenen Erfolgen und Fehlern lernt, starre Rahmen und Modelle hinter sich lässt und zugleich klare Standards für Integrität und Leistung wahrt", kündigte er an.

Der Jurist war bereits bis 2011 Mitglied des Fed-Gouverneursrats. Er trat damals jedoch aus Protest gegen die Politik des billigen Geldes zurück. Zuletzt änderte er jedoch seine Meinung und stimmte Trump zu, dass der Leitzins sinken müsse.

Weitere Meldungen

Kalifornien bringt Strategie zum Umgang mit KI-Folgen für Arbeitsmarkt auf den Weg

Als bislang erster US-Bundesstaat erarbeitet Kalifornien einen Plan zu den möglichen Folgen von Künstlicher Intelligenz (KI) für den Arbeitsmarkt. Gouverneur Gavin Newsom

Mehr
Stromverbrauch in Indien auf Rekordhoch inmitten andauernder Hitzewelle

In Indien ist der Stromverbrauch inmitten einer seit Tagen andauernden Hitzewelle so hoch wie nie. Am Donnerstag habe der Strombedarf den vierten Tag in Folge "einen neuen

Mehr
Legendäre "Ente" kommt als E-Auto zurück: E-2CV soll unter 15.000 Euro kosten

Die legendäre "Ente" kommt als Elektroauto zurück - und sie soll weniger als 15.000 Euro kosten. Der französische Hersteller Citroën, der inzwischen zur Stellantis-Gruppe

Mehr

Top Meldungen

Sachsen-Anhalt kauft Intel-Grundstück zurück

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Das Land Sachsen-Anhalt hat Intel die Flächen bei Magdeburg abgekauft, die ursprünglich für die Ansiedlung des Halbleiterunternehmens

Mehr
Schwesig fordert Verlängerung des Tankrabatts

Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert eine Verlängerung des zum 1. Juli auslaufenden Tankrabatts. "Der

Mehr
Infineon will keine neuen Fabriken bauen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Die Zeit der milliardenteuren Neubauten bei Infineon endet. Der Chipkonzern werde auf absehbare Zeit keine weiteren Fabriken errichten,

Mehr