Brennpunkte

Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren

  • AFP - 17. Juni 2024, 16:27 Uhr
Bild vergrößern: Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren
Französische Soldaten im Tschad
Bild: AFP

Vor zwei Jahren waren noch mehr als 5000 französische Soldaten in Westafrika im Einsatz, künftig soll deren Zahl auf etwa 600 verringert werden. Im kommenden Sommer soll zudem eine für Afrika zuständige Kommandozentrale in Paris eingerichtet werden.

Vor zwei Jahren waren noch mehr als 5000 französische Soldaten in Westafrika im Einsatz, künftig soll deren Zahl auf etwa 600 verringert werden. Im kommenden Sommer soll zudem eine für Afrika zuständige militärische Kommandozentrale in Paris eingerichtet werden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus übereinstimmenden Quellen erfuhr. Der Generalstab der Streitkräfte äußerte sich zunächst nicht dazu. 

Die Pläne entsprechen den Ankündigungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der im Februar eine "deutliche Verringerung" der in Westafrika stationierten französischen Soldaten in Aussicht gestellt hatte. Im Hintergrund steht die zunehmend antifranzösische Haltung der Regierungen mehrerer westafrikanischer Länder, insbesondere derjenigen, die durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen sind. 

Mali, Burkina Faso und Niger haben die französischen Militärs zum Abzug gedrängt und stattdessen neue militärische Partnerschaften mit Russland geschlossen. Die letzten Bundeswehrsoldaten, die noch in Mali stationiert waren, verließen das Land im Dezember. 

In Gabun und Senegal soll die Zahl französischer Soldaten von derzeit je 350 auf je 100 reduziert werden. Auch in der Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire), wo derzeit noch 600 französische Soldaten stationiert sind, sollen nur noch etwa 100 verbleiben. Der Tschad bleibt das einzige Land in der Sahelzone, in der noch französische Soldaten stationiert sind. Ihre Zahl soll von derzeit 1000 auf 300 fallen. 

Ziel sei eine "weniger sichtbare Präsenz, aber der Erhalt eines Zugangs", hatte kürzlich der Regierungsbeauftragte Jean-Marie Bockel erklärt, der im Juli einen Bericht über die "neuen Partnerschaften" mit westafrikanischen Ländern vorlegen soll. Generalstabschef Thierry Burkhard schließt gemeinsame Militärstützpunkte mit den USA oder anderen Partnern nicht aus. 

Kampfeinsätze - wie etwa in der Sahelzone zur Bekämpfung dschihadistischer Gruppen - sind nicht mehr vorgesehen, lediglich die Ausbildung einheimischer Soldaten. Dadurch sollten der Kontakt zu den örtlichen Armeechefs und der "strategische Zugang auf dem Luft- und Seeweg" erhalten bleiben, betonte der General vor einem Parlamentsausschuss im Januar. 

Nicht betroffen ist der französische Militärstützpunkt im ostafrikanischen Dschibuti, wo derzeit etwa 1500 französische Soldaten stationiert sind. 

Weitere Meldungen

Internationale Konferenz zu Krisenregion Sahel in Berlin beginnt

Die Lage der von Armut und Instabilität betroffenen Sahel-Region steht ab Montag im Mittelpunkt einer internationalen Konferenz in Berlin. Die Generalversammlung der so genannten

Mehr
Schmid vertraut weiter auf Wahlsieg Bidens

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD im Bundestag vertraut weiterhin in die Amtsführung und auf einen Wahlsieg von US-Präsident Joe Biden im November, bereitet sich aber auch

Mehr
Trump-Attentäter handelte laut FBI allein - bisher kein Tatmotiv erkennbar

Der für den versuchten Mordanschlag auf Ex-Präsident Donald Trump mutmaßlich verantwortliche Schütze hat nach Angaben der US-Bundespolizei FBI allein gehandelt. "Die uns

Mehr

Top Meldungen

Verdi bekräftigt Kritik am Wachstumspaket der Ampelkoalition

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mahnt die Ampelkoalition dazu, ihre sogenannte "Wachstumsinitiative" inhaltlich noch einmal grundsätzlich

Mehr
FDP will bei Stromtrassen-Bau weg von Erdkabeln

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Streit um den Bau dreier großer Stromleitungen für den Transport erneuerbarer Energien setzt sich die FDP-Fraktion im Bundestag für einen

Mehr
Warmer Frühling sorgt für niedrige Heizkosten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die zum Teil sehr milden Temperaturen in diesem Frühjahr haben bei vielen Deutschen zu deutlichen Ersparnissen beim Betrieb ihrer Heizung

Mehr