Wirtschaft

Spürbarer Rückgang der Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im Oktober

  • AFP - 6. Dezember 2023, 12:59 Uhr
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Produktion von Wärmepumpen
Bild: AFP

Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sind nach einem Anstieg im September im Oktober wieder spürbar gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ergibt sich im Monatsvergleich ein Rückgang der Aufträge um 3,7 Prozent.

Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe sind nach einem Anstieg im September im Oktober wieder spürbar gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden ergibt sich im Monatsvergleich ein Rückgang der Aufträge um 3,7 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 7,3 Prozent. Experten befürchten weitere Verschlechterungen durch das Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts.

Im Dreimonatsvergleich war der Auftragseingang von August bis Oktober um 4,6 Prozent niedriger als in den drei Monaten zuvor, wie die Statistiker am Mittwoch ausführten. Der jüngste Rückgang liegt demnach vor allem am Ausland: Die Auslandsaufträge sanken im Oktober um 7,6 Prozent, sowohl die Nachfrage aus dem EU-Ausland als auch aus Drittstaaten nahm ab. Die Inlandsaufträge stiegen hingegen um 2,4 Prozent.

Innerhalb des verarbeitenden Gewerbes ist der Gesamtrückgang zu einem großen Teil auf den Maschinenbau zurückzuführen, hier gingen die Aufträge um 13,5 Prozent zurück. Auch die Rückgänge in der Metallindustrie und im Automobilsektor beeinflussten das Oktober-Ergebnis negativ. Einen positiven Einfluss hatten Großaufträge im Bereich sonstiger Fahrzeugbau, wozu etwa Flugzeuge, Schiffe und Züge zählen.

Der reale Umsatz im verarbeitenden Gewerbe ging den Statistikern zufolge im Oktober im Monatsvergleich um 0,5 Prozent zurück. Im Jahresvergleich stand ein Minus von 2,1 Prozent. Im September lag der Rückgang im Vormonatsvergleich nach Revision vorläufiger Ergebnisse bei 1,4 Prozent.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erklärte, der deutliche Rückgang der Aufträge zeige die "anhaltende Schwäche des deutschen Verarbeitenden Gewerbes". In den kommenden Monaten sei nicht mit einer durchgreifenden Erholung der Industriekonjunktur zu rechnen.

"Zu beachten ist bei der Interpretation der Werte auch, dass diese aus dem Oktober stammen, also vor dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds", erklärte Dullien weiter. Die im Nachgang des Urteils verhängte Haushaltssperre "dürfte in den kommenden Monaten zu Unsicherheit und zumindest vorübergehender Investitionszurückhaltung der Unternehmen führen". Die Schwächephase in der Industrie könnte sich dadurch "verstärken und verlängern".

Jupp Zenzen, Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), machte "das gestiegene Zinsniveau, hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und eine überbordende Bürokratie" für die Zahlen verantwortlich. "Auch die Aufträge aus dem Ausland bleiben angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und gedämpften Weltkonjunktur weiter auf einem niedrigen Niveau."

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