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Der "Weißherbst" von Mercedes wird 50

  • Lars Wallerang - 12. September 2019, 11:28 Uhr
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mid Groß-Gerau - Leuchtend: die Lackierung der Modelle auf Basis des "C 111" in der Farbe "Weißherbst" - abgeleitet vom Namen des deutschen Rosé-Weins. Daimler

'C 111' ist die Bezeichnung eines Sportwagens von Mercedes-Benz. Vor 50 Jahren erblickte das technisch und auch farblich ungewöhnliche Fahrzeug das Licht der Welt. Die Lackfarbe war ein helles Orange-metallic mit dem weinseligen Namen 'Weißherbst'.


"C 111" ist die Bezeichnung eines Sportwagens von Mercedes-Benz. Vor 50 Jahren erblickte das technisch und auch farblich ungewöhnliche Fahrzeug das Licht der Welt. Die Lackfarbe war ein helles Orange-metallic mit dem weinseligen Namen "Weißherbst".

Das 1969 auf der IAA in Frankurt am Main präsentierte Ausstellungsfahrzeug ist der erste C 111 in dieser spektakulären Lackierung. Die anderen Fahrzeuge der ersten Serie, die während der IAA als Vorführwagen zum Einsatz kommen, sind noch in "Effektlack weiß" ausgeführt, werden aber später ebenfalls auf Weißherbst umlackiert.

Der Wankelmotor-Sportwagen ging nie in Serie und wurde dennoch schnell zur Ikone. Auf seiner Basis entstanden ab 1975 erfolgreiche Rekordfahrzeuge.

Staunend drängen sich die Menschen im September 1969 um den futuristischen Supersportwagen, den Mercedes-Benz auf der IAA der Weltöffentlichkeit präsentiert. Ist dieser Flügeltürer vielleicht der legitime Nachfolger des legendären 300 SL "Gullwing" (W 198) von 1954? Doch dazu kommt es nicht, obwohl hochrangige Kunden sogar Blankoschecks nach Untertürkheim schicken. Denn der C 111 bleibt ein reines Experimentalfahrzeug und geht nicht in Serie. Es entstehen lediglich insgesamt zwölf Exemplare der beiden Ausführungen von 1969 und 1970.

Die Stuttgarter Marke erprobt in dem faszinierenden Mittelmotor-Sportwagen vor allem den Antrieb durch einen Rotationskolbenmotor nach dem von Felix Wankel entwickelten Kreiskolbenprinzip. Im C 111 von 1969 kommt ein Dreischeiben-Wankelmotor mit dreimal 600 Kubikzentimeter Kammervolumen und 206 kW/280 PS Leistung zum Einsatz. Beim weiterentwickelten C 111-II, der bereits ein halbes Jahr später zum Genfer Automobil-Salon im Frühjahr 1970 vorgestellt wird, ist es ein Vierscheiben-Motor mit viermal 600 Kubikzentimeter Kammervolumen und 257 kW/350 PS.

Die Bewunderung für den C 111 spiegelt sich in den Medien: "Die Vierscheibenversion wäre heute nicht nur der komfortabelste und ruhigste, sondern auch der schnellste derartige Wagen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es für einen solchen Wagen in der Welt tausende von Kunden gibt", meint Paul Frère im Fachmagazin "auto motor und sport", Heft 8/1970. "Das Auto, das den Atem nimmt", schreibt die "Deutsche Auto-Zeitung". Das Fachmagazin "Road & Track" hofft im November 1969: "Wenn wir ihnen erzählen, wie sehr wir ihn mögen, dann bauen sie ihn vielleicht." Leider wurde man bei Mercedes wankelmütig - es blieb bei der limitierten Auflage.

Ein Trost: Ende Oktober 2019 wird das Buch "Mercedes-Benz C 111" von Hartmut Jundt und Wolfgang Kalbhenn erscheinen. Es erzählt auf Basis der umfassenden Originalunterlagen in den Archiven von Mercedes-Benz Classic die Geschichte des Fahrzeugs und der Wankelmotor-Entwicklung bei Mercedes-Benz.

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