Brennpunkte

Brandanschlag auf Starlink-Station in Polen: Weitere Festnahme in Deutschland

  • AFP - 3. November 2026, 18:11 Uhr
Bild vergrößern: Brandanschlag auf Starlink-Station in Polen: Weitere Festnahme in Deutschland
Starlink-Antenne an Front in Ukraine
Bild: AFP

Sechs Wochen nach einen mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Bodenstation des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist am Dienstag in Baden-Württemberg ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden.

Sechs Wochen nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine Bodenstation des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist in Baden-Württemberg ein dritter Verdächtiger gefasst worden. Spezialeinsatzkräfte der Polizei nahmen den türkischen Staatsbürger am Dienstag im Landkreis Reutlingen fest, wie die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das baden-württembergische Landeskriminalamt mitteilten. Er soll zwei zuvor in Baden-Württemberg gefasste Beschuldigte mit der Tat beauftragt haben.

Die ersten beiden Verdächtigen waren nach früheren Ermittlerangaben vor rund drei Wochen auf Ersuchen polnischer Ermittler in Nürtingen gefasst worden. Sie befinden sich in Untersuchungshaft, Polen beantragte ihre Auslieferung. Gegen den nun festgenommenen dritten Beschuldigten sei "aufgrund weiterer Erkenntnisse" ein nationales Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, hieß es. Ihm werde die "Vorbereitung einer terroristischen Straftat" zur Last gelegt. 

Den Ermittlern zufolge soll der Mann die beiden zuvor gefassten Verdächtigen "veranlasst" haben, sich in der Nacht zum 23. September von einer Frau nach Polen fahren zu lassen, um dort das Terminal des Satellitensystems in Brand zu setzen. Bei ihm beschlagnahmten die Einsatzkräfte acht Mobiltelefone sowie Munition. Der Beschuldigte wurde bereits einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Weitere Angaben machten die Ermittler nicht.

Die in der zentralpolnischen Region Masowien gelegene Starlink-Station war Ende September angezündet, durch den Brand aber nicht zerstört worden. Sie befindet sich im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel. Nach Angaben polnischer Behörden wird sie unter anderem dazu genutzt, Internetdaten durch Polen und in die Ukraine zu leiten. Sie wird auch von SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen.

Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle. Das Nato- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren schon mehrfach "Sabotage" vorgeworfen. Polen ist der wichtigste Umschlagplatz für die militärische und humanitäre Hilfe westlicher Staaten für die Ukraine.

Auch bei den im Oktober gefassten ersten beiden Verdächtigen handelte es sich nach deutschen Behördenangaben um türkische Staatsbürger. Ein polnischer Radiosender hatte damals noch von zwei weiteren Festnahmen in Deutschland berichtet, darunter der einer Frau in Berlin. Diese sollte dem Bericht zufolge im Verdacht stehen, die beiden mutmaßlichen Täter zu der Station nach Polen gefahren zu haben. Deutsche Ermittler bestätigten dies bisher jedoch nicht.

Weitere Meldungen

Erster öffentlicher Auftritt von Regisseur Panahi seit Rückkehr in den Iran

Der preisgekrönte iranische Filmemacher Dschafar Panahi ist Medienberichten zufolge erstmals seit seiner Rückkehr in den Iran öffentlich aufgetreten. Panahi nahm am Dienstag in

Mehr
Vergewaltigungsprozess gegen Russel Brand: Jury berät über Urteil

Im Vergewaltigungsprozess gegen den britischen Komiker und Schauspieler Russell Brand vor einem Gericht in London hat die Jury am Dienstag mit ihren Beratungen über das Urteil

Mehr
Selenskyj warnt vor Erstarken prorussischer Kräfte in Deutschland und Europa

Bei seinem Besuch in Berlin hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem weiteren Erstarken prorussischer Parteien in Deutschland und Europa gewarnt. Die von

Mehr

Top Meldungen

Linnemann will Bürokratiekosten für Ärzte senken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will die Bürokratiekosten im Gesundheitswesen bis 2030 um 101 Millionen Euro pro Jahr senken.

Mehr
Regierung erwartet 2027 Rentenerhöhung von über vier Prozent

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Den rund 21 Millionen gesetzlich versicherten Rentnern steht auch im kommenden Jahr eine Rentenerhöhung von mehr als vier Prozent in Aussicht.

Mehr
Woidke fürchtet Auswirkungen neuer Gaskraftwerke auf den Strompreis

Potsdam (dts Nachrichtenagentur) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßt die LEAG-Zuschläge in der ersten Ausschreibungsrunde der Kraftwerksstrategie,

Mehr